Landgericht Dortmund

Dortmunder Serien-Vergewaltiger legt Geständnis ab: "Es ist über mich gekommen"

DORTMUND - Im Prozess um eine Serie von Vergewaltigungen in Dortmund im August 2018 hat der Angeklagte am Freitag ein Geständnis abgelegt. Mehrmals betonte der 25-Jährige: "Es ist über mich gekommen."

Der 25-jährige Rumäne, der im August 2018 in Dortmund drei Frauen überfallen haben soll, äußerte sich am Freitag (1. 3.) vor dem Dortmunder Landgericht. Was er mit dem Satz "Es ist über mich gekommen" genau ausdrücken wollte, konnte der Angeklagte den Richtern nicht sagen.

Er wisse nicht mehr, was im Moment der sexuellen Übergriffe in seinem Kopf vorgegangen sei. Zumindest bei einer der Taten will der Mann angetrunken gewesen sein.

Der 25-Jährige bedrohte und schlug die Frauen

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 25-Jährigen zwei Übergriffe auf Joggerinnen und einen auf eine Frau auf einem Spielplatz an der Westerfilder Straße vor. Eine Frau soll bei der Tat heftig gewürgt worden sein. Eine andere wurde laut Anklage mit einem Messer bedroht und brutal ins Gesicht geschlagen.

Bei ihrer Flucht vom Tatort soll sich diese Frau an der Messerklinge eine blutende Schnittwunde zugezogen haben. Außerdem erlitt sie durch den Faustschlag einen Bluterguss unter einem Auge.

Opfer unter Schock

Am Freitag erinnerten sich zwei Polizisten an den Einsatz an der Wohnadresse des Vergewaltigungsopfers am 18. August 2018. Die 60-jährige Joggerin war nach der Tat noch nach Hause gelaufen, hatte sich dort aber sofort einem Nachbarn anvertraut. Als die Polizei eintraf, hatte sie sich bereits umgezogen und stand offensichtlich schwer unter Schock.

"So etwas hatte ich noch bei keinem Einsatz zuvor je gesehen", sagte eine Polizistin als Zeugin. Die Frau sei rastlos durch ihre eigene Wohnung getigert und habe immer wieder gesagt: "So etwas passiert mir doch nicht, so etwas passiert mir doch nicht." Zunächst seien sie von einem Raubüberfall ausgegangen, sagte die Polizistin weiter. Unter Tränen habe die 60-Jährige dann aber ausgesagt, sie sei von dem Täter zu sexuellen Handlungen gezwungen worden.

Familie in Rumänien ahnungslos

Der Angeklagte konnte einige Tage nach der letzten Tat von der Polizei festgenommen werden. Seine Familie in Rumänien wusste angeblich bis zum Prozessauftakt nicht, was dem Mann vorgeworfen wird. Der 25-Jährige hatte seine Heimat bereits 2017 verlassen und war zum Arbeiten nach Dortmund gefahren. Als die Aufträge auf verschiedenen Baustellen jedoch immer rarer wurden, soll er regelrecht abgestürzt sein und zuletzt auch auf der Straße gelebt haben.

Das Gericht hat bereits signalisiert, dass die betroffenen Frauen in dem Prozess als Zeuginnen aussagen müssen. Sollten ihre Anwältinnen dabei einen Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit stellen, würde diesem wohl entsprochen werden.

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