Landgericht Dortmund

Filmender Frauenarzt will Missbrauch von Patientinnen gestehen

Der wegen Missbrauchs angeklagte Dortmunder Frauenarzt will ein Geständnis ablegen. Im Gegenzug stellen die Richter ihm eine Bewährungsstrafe in Aussicht. Ein Urteilstermin ist absehbar.

Jetzt geht offensichtlich alles ganz schnell. Mehr als sechs Jahre nach der Durchsuchung der Praxis in der Dortmunder Innenstadt steht der Prozess gegen den inzwischen 58-jährigen Frauenarzt vor dem Ende. Für den Fall eines Geständnisses signalisierte das Gericht am Freitag, dass die Strafe am Ende zwischen anderthalb und zwei Jahren liegen wird. Diese werde dann zur Bewährung ausgesetzt.

Bilder für sexuelle Zwecke

Die beiden Verteidiger des Gynäkologen, Clemens Louis und Oliver Allesch, kündigten im Anschluss an, dass der Angeklagte das Angebot annehmen wird. Am nächsten Verhandlungstag Mitte Oktober werde der Frauenarzt zugeben, dass er 50 Patientinnen in seiner Praxis heimlich im Intimbereich gefilmt und diese Aufnahmen "zu sexuellen Zwecken" angefertigt habe.

Mit der Bewährungsstrafe kann der Angeklagte nach Ansicht der Verteidiger gut leben. Louis und Allesch zeigten sich zuversichtlich, dass der 58-Jährige nach dem Urteil recht bald seine Approbation zurückbekommen wird. "Diese ruht inzwischen seit sechs Jahren", sagte Allesch am Freitag. "Das hat unseren Mandanten finanziell ruiniert."

Schmerzensgeldzahlung angekündigt

Von den 50 heimlich gefilmten Patientinnen haben sich zwei dem Verfahren als Nebenklägerinnen angeschlossen. Auch deren Anwältinnen erklärten sich mit der Verständigungsregelung und damit auch mit der Bewährungsstrafe einverstanden. Mitte Oktober wollen sie mit dem Angeklagten einen Vergleich über eine Schmerzensgeldzahlung abschließen. Dann ist der Fall auch für die betroffenen Frauen abgeschlossen.

Die Plädoyers will das Gericht nach derzeitiger Planung Ende Oktober entgegennehmen. "Danach brauchen wir dann noch einen weiteren Tag für das Urteil", erklärte der Vorsitzende Richter Ulf Pennig am Freitag.

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