Landgericht Dortmund

Recklinghäuser Stalker entgeht weiterer Verurteilung

RECKLINGHAUSEN - Ein mehrfach vorbestrafter Recklinghäuser musste sich am Donnerstag wegen zahlreicher Stalking-Vorwürfe vor dem Landgericht Dortmund verantworten. Doch das Gericht machte buchstäblich kurzen Prozess, der 44-Jährige wurde nicht noch einmal verurteilt.

Die angeklagten Taten stammen bereits aus dem Jahr 2007. Damals soll der Mann seine Ex-Freundin wochenlang terrorisiert haben. Laut Anklage schickte er der Frau unzählige Kurznachrichten aufs Handy. Außerdem soll er immer wieder ihre Nummer gewählt haben. Bereits 2010 hatte die auswärtige Strafkammer am Amtsgericht Recklinghausen den Mann zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof hatte diese Entscheidung später jedoch kassiert und den Fall zur erneuten Verhandlung an das Dortmunder Landgericht verwiesen.

Allerdings blieben die Akten dort wegen Überlastung der zuständigen Kammer jahrelang unbearbeitet. Und dann ging alles ganz schnell. Angesichts der Tatsache, dass der 44-Jährige inzwischen mal wieder im Gefängnis sitzt, sahen die Richter eine Chance, das Uralt-Verfahren einfach einzustellen. Bis mindestens August 2021 müsse der Recklinghäuser ohnehin noch im Gefängnis bleiben. Da fielen die Vorwürfe aus 2007 wohl nicht mehr ins Gewicht. Wegen der Stalking-Vorwürfe hat der 44-Jährige insgesamt schon mehr als zweieinhalb Jahre in Untersuchungshaft oder einer geschlossenen psychiatrischen Klinik gesessen. Nach der Einstellung des Verfahrens bleibt es der Ex-Freundin des Angeklagten erspart, noch einmal als Zeugin aussagen zu müssen.

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