Landgericht Essen

Vorwurf Vergewaltigung: Angeklagter (26) will sich "schweigend verteidigen"

Dorsten - Vor mehr als drei Jahren soll eine 15 Jahre alte Schülerin in einer Dorstener Wohnung vergewaltigt, gefilmt und gedemütigt worden sein. Der angeklagte Ex-Freund schweigt dazu vor Gericht.

Unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen hat am Montag vor dem Essener Landgericht der Prozess um ein mutmaßliches Vergewaltigungsmartyrium in einer Dorstener Privatwohnung begonnen.

Eine 15-jährige Schülerin soll von ihrem damaligen Freund vergewaltigt und gegen ihren Willen beim Sex gefilmt worden sein. Der Angeklagte (26) machte zum Prozessauftakt von seinem Schweigerecht Gebrauch - die Aussage des mutmaßlichen Opfers (heute 19 Jahre alt) fand aus Opferschutzgründen komplett in nicht-öffentlicher Verhandlung statt.

"Es ist mir egal, ob du willst oder nicht"

Die Anklage gegen den 26-jährigen Tobias V. skizziert ein dramatisches Beziehungsende: Am 21. August 2015 soll der damals noch in Dorsten lebende Angeklagte in seiner Wohnung seine Freundin gegen ihren Willen beim gemeinsamen Sex gefilmt haben.

Als die damals 15-Jährige daraufhin wenige Tage später bei einem neuen Treffen in der Wohnung die Beziehung beenden wollte und laut Anklage dabei "weinte", soll der Angeklagte nur gegrinst haben. Dann soll er die Schülerin mit dem Kopf auf den Küchentisch gedrückt, ihr die Leggings runtergerissen und sie brutal vergewaltigt haben.

"Es ist mit egal, ob du willst oder nicht. Ich f.... dich trotzdem." Diesen menschenverachtenden Satz soll Tobias V. der 15-Jährigen damals angeblich noch zugerufen haben. Weil die junge Frau laut Anklage über ihren Freund wusste, "dass er ein recht erfolgreicher Boxer ist", habe sie sich nicht wehren können.

Anklage: Sex-Video sollte veröffentlicht werden

Mehrere Monate später soll der 26-Jährige der jungen Frau gedroht haben, die zuvor gefilmten Sex-Szenen auf einer einschlägigen Video-Plattform im Internet ("Youporn") zu veröffentlichen, wenn sie sich nicht mit ihm treffe. Außerdem soll er sie später in einer WhatsApp-Nachricht beleidigt haben.

Dass für den Prozess vor der 5. Jugendschutzkammer besondere Sicherungsmaßnahmen (Absperrbänder, zweite Personen-Kontrolle, Sichtschutzwand) herrschten, soll nicht zuletzt der sportlichen Vergangenheit des Angeklagten geschuldet gewesen sein. Der 2017 bereits wegen Körperverletzung verurteilte Angeklagte (schwarzer Anzug, weißes Hemd) und sein Anwalt betraten den Gerichtssaal 290 erst, als der Prozess bereits förmlich aufgerufen war. Nach Verlesung der Anklageschrift erklärte Verteidiger Roland Rautenberger für seinen Mandanten: "Er wird sich schweigend verteidigen."

Die Anklage lautet auf Vergewaltigung, Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen, Herstellung einer jugendpornografischen Schrift, versuchte Nötigung und Beleidigung.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Demonstranten fordern "Moralische Unterstützung für das türkische Volk"
Demonstranten fordern "Moralische Unterstützung für das türkische Volk"
Metro verkauft Real: Wohin die Reise für den Supermarkt in Herten geht, ist offen
Metro verkauft Real: Wohin die Reise für den Supermarkt in Herten geht, ist offen
Schwerer Autounfall: Feuerwehr muss Fahrer (17) und Beifahrer (15) aus Wrack schneiden
Schwerer Autounfall: Feuerwehr muss Fahrer (17) und Beifahrer (15) aus Wrack schneiden
Die digitale Sonntagszeitung ist da: ePaper ist jetzt verfügbar
Die digitale Sonntagszeitung ist da: ePaper ist jetzt verfügbar
Papa betrunken, Sohn im Auto - und dann kracht es auch noch in Herten
Papa betrunken, Sohn im Auto - und dann kracht es auch noch in Herten

Kommentare