Landgericht Hagen

Fast 800.000 Euro hinterzogen: Döner-Mann gesteht Steuerbetrug

Dortmund - Der Betreiber einer Döner-Bude in der Dortmunder Innenstadt soll fast 800.000 Euro Steuern hinterzogen haben. Zu Prozessbeginn in Hagen gab er den Betrug am Dienstag im Wesentlichen zu.

Der 49-jährige Angeklagte ist Mitte der 1990er-Jahre aus seiner türkischen Heimat nach Deutschland gekommen. Schnell baute er sich in Dortmund eine berufliche Existenz auf. Sein Döner-Laden in der Innenstadt lief eigentlich immer recht gut. In manchen Monaten sogar zu gut.

Über seinen Verteidiger ließ der Angeklagte zu Prozessbeginn erklären, dass für ihn die Jahre eigentlich dreigeteilt waren. Es gab Monate mit schwachem, mit mittlerem und mit richtig gutem Umsatz. Und vor allen in den letzteren habe der 49-Jährige bei seinen Umsatzsteuer-Voranmeldungen gelogen. "Da wurden die Zahlen deutlich nach unten korrigiert", sagte der Rechtsanwalt.

Ein Viertel seines tatsächlichen Umsatzes verschwiegen

Den November, den Januar und den Februar bezeichnete der Döner-Mann als die Monate mit dem schwächsten Verdienst. Da sei das Wetter schlecht und die Leute würden sich ihr Geld entweder für Weihnachten sparen oder nach Weihnachten zusammenhalten. Im Mai, Juni und September hätte der Döner-Laden dagegen richtig gebrummt. In diesen Monaten sei es lange hell. Und jeder wisse doch, dass man als Nachtschwärmer gerne noch mal einen herzhaften Imbiss zu sich nehme, bevor es endlich ins Bett gehe.

Unterm Strich geht der Angeklagte davon aus, dass er pro Jahr ein Viertel seines tatsächlichen Umsatzes dem Finanzamt Dortmund-West verschwiegen habe. Das wirkte sich natürlich nicht nur auf die Umsatzsteuer aus, sondern auch auf die Einkommenssteuer, die er an seinem Wohnort Wuppertal erklären musste. Ob die von den Steuerbehörden geschätzten rund 800.000 Euro als Gesamtschadenssumme hinkommen, könne er jedoch nicht sagen.

Hat auch der Zulieferer das Finanzamt betrogen?

Der Prozess wird deshalb fortgesetzt. Dabei soll auch ein Hagener Zulieferer als Zeuge vernommen werden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Dortmunder Döner-Mann mit ihm die Vereinbarung traf, die eine oder andere Lieferung ohne Rechnung abzuwickeln. Auf diese Weise soll auch der Hagener Zulieferer die Gelegenheit gehabt haben, das Finanzamt um über 100.000 Euro zu betrügen.

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