Landgericht

Trecker zu riskant überholt: Führerschein weg

Haltern - Beim Versuch, einen Trecker zu überholen, hat ein Mann aus Haltern eine andere Autofahrerin in den Graben gedrängt. Jetzt ist er endgültig seinen Führerschein los.

Es war der 25. Januar 2018, als der Angeklagte auf der Dorstener Straße in Richtung Lippramsdorf fuhr. Was den 49-Jährigen offenbar ärgerte: Vor ihm war ein Trecker, an dem er einfach nicht vorbeikam. Immer wieder soll er zu Überholmanövern angesetzt haben, musste aber immer wieder einscheren. Bis er laut Urteil schließlich alles auf eine Karte setzte.

Kurz darauf war es auch schon passiert. Eine Autofahrerin, die ihm entgegenkam, zog ihren Wagen nach rechts, um eine Kollision zu vermeiden, dann wieder nach links und schließlich wieder nach rechts. Die Schleuderfahrt endete schließlich im Graben.

Entgegenkommendes Auto mit Totalschaden

Rund 6000 Euro war ihr Wagen laut Gutachten noch Wert gewesen. Nach dem Unfall taxierte ihn ein Verkehrssachverständiger auf Null. Totalschaden. Und der Angeklagte? Der war einfach weitergefahren. Eine Augenzeugin hatte ihn zwar später eingeholt und zur Rede gestellt. Doch auch das schien den 49-Jährigen nicht zu beeindrucken. Er versprach sogar, noch einmal zurückzufahren - was er allerdings nicht tat.

Das Amtsgericht Marl hatte den Mann aus Haltern bereits im vergangenen Sommer zu einer Geldstrafe von 2250 Euro verurteilt. Außerdem war ein dreimonatiges Fahrverbot verhängt worden.

Staatsanwalt hatte Berufung eingelegt

Zu wenig, befand später allerdings die Staatsanwaltschaft und legte Berufung ein. Deshalb musste sich am Donnerstag nun auch das Landgericht Essen mit dem Treckerfall befassen. Und dort wurde dann auch tatsächlich härter durchgegriffen. Statt eines dreimonatigen Fahrverbots wurde der Führerschein gleich komplett einkassiert. Das heißt: Der Angeklagte muss ihn noch einmal neu machen. Was allerdings frühestens in drei Monaten möglich ist. Die Geldstrafe bleibt außerdem bestehen.

Verteidiger sprach von "Momentversagen"

Für den 49-Jährigen ist der Führerscheinverlust besonders bitter. Als Hausmeister einer größeren Einrichtung in Marl muss er eigentlich mobil sein. Er hatte bis zuletzt gehofft, dass es beim ersten Urteil bleiben werde. Weil es doch nur ein "Momentversagen" gewesen sei, wie es sein Verteidiger im Prozess formulierte. Außerdem sei dem Angeklagten alles eine echte Lehre. Für die Richter ging am Ende aber trotzdem kein Weg am Führerschein-Entzug vorbei.

Das Urteil lautet auf Straßenverkehrsgefährdung und Unfallflucht.

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