Landgericht verurteilt 18-jährigen Marler

Nach Messerstich vier Jahre Haft

MARL / ESSEN - Die Jugendkammer des Landgerichts Essen hat den 17-jährigen Marler, der den Lebensgefährten seiner Mutter mit einem Messer attackierte, wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Der heute 18 Jahre alter Teenager muss vier Jahre in Haft verbringen.

Ein älteres Urteil wurde dabei einbezogen. Bei dem jungen Angeklagten soll es sich um einen Intensivtäter handeln. Versuche, ihn wieder in die Spur zu bringen, sollen bisher gescheitert sein.

Die Staatsanwaltschaft hatte auf versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung plädiert und eine Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten für den Angeklagten gefordert. Das Gericht fand aber nicht genügend Anhaltspunkte dafür, dass der Jugendliche die Absicht hatte, sein 31-Jähriges Opfer zu töten. Es folgte vielmehr Verteidiger Dr. Norbert Drees. Er hatte in seinem Plädoyer ausgeführt, dass sein Mandant den Lebensgefährten der Mutter lediglich verletzen, ihm weh tun wollte.

Am 25. August 2018, nachts gegen 1.20 Uhr, hatte der Jugendliche in der Wohnung der Mutter in Hüls-Nord mit einem Küchenmesser auf den Mann eingestochen und ihn am Arm verletzt. Dann war er geflüchtet. Kurz darauf nahm ihn die Polizei fest. Der Verletzte wurde stationär im Krankenhaus behandelt, Lebensgefahr bestand nicht. Die Polizei setzte zur Aufklärung des Falls eine Mordkommission ein.

Untersuchungshaft wird angerechnet

Der mehrere Tage andauernde Prozess hatte am 25. Februar begonnen - sechs Monate nach der Bluttat. Wegen des Alters des Angeklagten fand er hinter verschlossenen Türen statt.

Das Gericht wendete das mildere Jugendstrafrecht an. Der Angeklagte saß bereits seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft. Diese Zeit wird auf die vierjährige Haftstrafe angerechnet, sagte Richter Dr. Thomas Kliegel, Sprecher des Landgerichts, auf Nachfrage unserer Zeitung.

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