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Nach dem Regen vom Mittwoch staubt es nicht mehr auf den Äckern. Ortslandwirt Stefan Uhlenbrock sieht noch keinen Grund, sich Sorgen um die nächste Ernte zu machen. Die Triticale wächst wie gewohnt.

Landwirtschaft

Auf den Feldern ist noch alles im grünen Bereich

OER-ERKENSCHWICK - Nach dem dritten trockenen Frühling am Stück droht ein zweiter Dürresommer. Ortslandwirt Stefan Uhlenbrock bleibt gelassen: „Es ist nur eine Prognose. Jetzt bekommen wir erst mal Regen.“

Die Triticale sprießt wie gewohnt. Und nach dem Regen vom Mittwoch staubt es auch nicht mehr auf den Äckern. „Die politische Großwetterlage mit den Beschränkungen für Landwirte macht mir mehr Sorgen als das Wetter selbst“, sagt Uhlenbrock. Zwar sei die Niederschlagsmenge von Januar bis April etwa 10 bis 15 Prozent niedriger als im Jahresmittel. „Und die 18 Millimeter Niederschlag vom Mittwoch sind natürlich viel zu wenig. Aber in den nächsten Tagen ist noch mehr Regen angesagt“, sagt der 48-Jährige. Die Prognose eines weiteren Dürresommers hält Uhlenbrock für rein spekulativ. „Vergangenes Jahr haben die Meteorologen nach dem trockenen Frühling einen nassen Sommer vorausgesagt. Wir wissen, was daraus geworden ist.“

Hoffnung macht dem Ortslandwirt der Temperaturvergleich: „Vor einem Jahr kletterte das Thermometer an meinem Geburtstag am 19. April auf 31 Grad, jetzt waren es nur 21 Grad.“ Kühlere Nächte bedeuten mehr Tau für die Feldfrüchte. 30 Prozent Einbußen beim Getreide hatte der Landwirt durch die Dürre vergangenes Jahr. Vier mal hintereinander könne er das nicht verkraften. „Dann muss man sich umstellen“, meint Uhlenbrock. Er setzt ohnehin auf einen gesunden Mix: 250 Schweine, 15 Rindviecher, Getreide und Mais baut er als Futter an. Dazu kommen noch Holzwirtschaft und zwei Windräder.

Im Dürresommer 2018 unterstützte die Feuerwehr den Bauhof beim Wässern von jungen Straßenbäumen. „Nach dem trockenen Sommer haben wir weniger als zehn Bäume verloren“, sagt Gärtnermeister Thomas Wozniak. Alte Bäume mit ihrem großen Wurzelwerk seien lange nicht so empfindlich wie Getreide auf den Feldern. Bäume wehren sich bei Wassermangel mit dem Abwerfen von Blättern und Ästen. „Um die etwa 5.000 Bäume im Stadtgebiet mache ich mir aktuell keine Sorgen. Auf die Jungbäume, die wir jetzt an der Engelbertstraße pflanzen, werden wir ein Auge werfen.“

„Zudem profitieren wir hier vom Golfklima. Die Landwirte in Brandenburg trifft ein trockner Sommer bei sandigen Böden und Landklima viel härter“, meint Uhlenbrock. Jedes Jahr bedeute „Neues Spiel, neues Glück“. Die Arbeit auf dem Hof geht wie gewohnt weiter: Als Nächstes muss das Gras für das Vieh gemäht werden. Bis Mitte Mai will Uhlenbrock darauf den Mais anlegen: „Zum Grasmähen muss es trocken sein, für den Mais am liebsten feucht.“

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