+
Ein Vollanschluss an die Autobahn in Höhe Horstmar, wo es jetzt nur eine Ab- und Auffahrt in Richtung Hannover gibt, wird schon lange gefordert.

AS Lanstrop wird ausgebaut

A2-Ausfahrt Lanstrop bald auch nach Lünen-Süd

LÜNEN-SÜD - Die A2-Anschlussstelle Dortmund-Lanstrop wird zum Vollanschluss Lünen-Süd. Der Lüner Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt hat am Dienstagabend für das Vorhaben gestimmt. Nachdem das Thema jahrzehntelang diskutiert wurde, soll nun alles ganz schnell gehen.

Schon seit Jahrzehnten gibt es die Diskussion um einen Vollanschluss an die A 2. Am Dienstagabend kamen noch mal zwei Stunden drauf, dann stand der Beschluss. Mit großer Mehrheit stimmten die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt am Abend für das Vorhaben.

Das bedeutet: Die Anschlussstelle Dortmund-Lanstrop soll durch ein neues „Ohr“ auf Lüner-Gebiet zum Vollanschluss aufsteigen, dann mit der Möglichkeit, auch Richtung Oberhausen aufzufahren und aus Richtung Hannover abzufahren.

Beschluss stand kurz auf der Kippe

Lediglich Bündnis 90/Die Grünen enthielten sich am Dienstagabend der Stimme. Zuvor hatte der Beschluss noch einmal auf der Kippe gestanden. Nicht aus inhaltlichen Gründen, sondern weil viele Ausschussmitglieder schlicht sauer waren, weil sie die umfangreichen Unterlagen erst sehr spät erhalten hatten. Schließlich aber überwog nach einer Unterbrechung der Sitzung – die zu Beratungen genutzt wurde – die Einsicht, dass man bis auf Einzelfragen im Grunde mit der Sache einverstanden ist.

Baubeginn für Ende 2018 geplant

Das heißt: Baubeginn wird aller Voraussicht nach in einem Jahr, Ende 2018 sein. Die Bauzeit, so die Experten von Straßen NRW, werde rund ein Jahr betragen. Die Freigabe der Anschlüsse soll folglich Ende 2019 erfolgen. Dann können Autofahrer im Gegensatz zur gegenwärtigen Situation auch in Richtung Oberhausen auffahren, und aus Richtung Hannover kommende abfahren.

Dass es jetzt vergleichsweise so schnell geht bei einem so großen Projekt, hat damit zu tun, dass man nach Auskunft von Christoph Neumann und Eva Fehren-Schmitz auf ein aufwendiges und langes Planfeststellungsverfahren hier verzichten könne. Es handele sich um ein „Fall unwesentlicher Bedeutung“ wie das im Amtsdeutsch heißt. Die entscheidenden Fragen sind geklärt: Die Finanzierung steht, die Grenzwerte für die Schadstoffe in der Luft würden eingehalten, ebenso wie jene beim Lärm.

Planer räumen Mehrbelastung durch Ausbau ein

Dennoch waren nicht alle begeistert. Viele Lüner hatten oben auf der Tribüne Platz genommen, um die Chance zu nutzen, vor dem offiziellen Sitzungsbeginn Fragen zu stellen. Die beiden Planer von Straßen NRW räumten ein, dass es im Einzelfall zu einer Mehrbelastung durch den Ausbau kommen könne. Lärmschutzwände wird es zum Beispiel nicht für alle Anlieger im Bereich der Kurler Straße geben.

Aber man könne eben nur im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten arbeiten; solange die Werte unter den gesetzlich vorgegebenen Werten lägen, gebe es keinen Handlungsspielraum.

Ausschussmitglieder wollen Park-and-Ride-Platz

Sorgen gibt es auch bei Anliegern anderer Straßen, zum Beispiel der Bebelstraße, ob der Vollanschluss an die Autobahn nicht zusätzlichen Verkehr anrollen lässt. Eva Fehren-Schmitz betonte, man habe natürlich auch die untergeordneten Straßen in die Berechnungen einbezogen und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass es funktioniere.

Einig waren sich die Ausschussmitglieder auch, dass es einen Park-and-Ride-Platz geben soll; der Vorschlag wurde ins Protokoll aufgenommen.

Weitere Diskussionen wird es noch darüber geben, ob und welche Einschränkungen es für den Schwerlastverkehr über 7,5 Tonnen bei der Nutzung der Abfahrten kommen wird. Für diese Entscheidung ist ein anderer Ausschuss zuständig.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Lobeshymnen aus England für Schalke-Neuzugang - selbst BVB-Boss Watzke optimistisch
Lobeshymnen aus England für Schalke-Neuzugang - selbst BVB-Boss Watzke optimistisch
Oer-Erkenschwicker (29) liegt auf einer Wiese - was er dort macht, schockiert Zeugen und Polizei
Oer-Erkenschwicker (29) liegt auf einer Wiese - was er dort macht, schockiert Zeugen und Polizei
NRW bittet Steuerzahler zur Kasse - das müssen wir im Kreis Recklinghausen bezahlen
NRW bittet Steuerzahler zur Kasse - das müssen wir im Kreis Recklinghausen bezahlen
Bahnübergang in Herten ohne Ankündigung gesperrt - diesmal nicht nur für drei Tage
Bahnübergang in Herten ohne Ankündigung gesperrt - diesmal nicht nur für drei Tage
Vor zehn Jahren hatte E.ON in Datteln noch Grund zum Feiern - es folgte Katerstimmung  
Vor zehn Jahren hatte E.ON in Datteln noch Grund zum Feiern - es folgte Katerstimmung  

Kommentare