LEG-Mieter im Kreuzviertel

Modernisierung verschoben - die Sorgen bleiben

KREUZVIERTEL - Es sind kleine Teilerfolge, die die LEG-Mieter im Kreuzviertel verbuchen können. Der Ärger und die Sorge um bevorstehende Modernisierungen und drastische Mieterhöhungen aber bleibt. Und der Streit mit dem Vermieter geht weiter.

Die ersten Arbeiten sind gelaufen in dem großen LEG-Wohnblock zwischen Sonnenplatz, Große-Heim-Straße und Neuer Graben. Decken in den Kellern sind gedämmt, Hausflure frisch gestrichen, einige Haustüren und Gegensprechanlagen erneuert. Der große Umbau ist allerdings erst einmal vertagt.

Im Mai hatte die LEG als Vermieter der gut 300 Wohnungen für die Zeit ab August die Modernisierung der Bäder und den Anbau von Balkonen, dort, wo noch keine vorhanden sind, angekündigt.

Die Benachrichtigung war zwar rechtzeitig, die Ankündigung aber zu unbestimmt. Erst später wurden die Mieter darüber informiert, wo und wie die Balkone angebaut werden sollen. Der Beginn der eigentlichen Arbeiten wurde deshalb auf Februar 2018 verschoben, teilweise schon aufgebaute Gerüste wurden wieder abgebaut.

Platzproblem für Mieter

Das Grundproblem aber bleibt: In den teilweise sehr kleinen Wohnungen verlieren die Mieter durch den Durchbruch für die Balkontüren viel Platz, müssen Küchen oder Schlafzimmer meist komplett umbauen. Deshalb wollen viele Mieter keine Balkone. Zumal für den Anbau auch die Heizungen verlegt werden müssen. "Und das mitten im Winter", stellt Anwohner Egon Gennat fest. Dazu drohten Dreck und Lärm.

Eine "brutale Planung", wirft Gennat dem Vermieter vor. "Die LEG geht einfach über die Interessen der Mieter hinweg." Denn auch ein Optionsmodell, bei dem einige Mieter auf Balkone verzichten können, will das Unternehmen laut Tobias Scholz vom Mieterverein nicht akzeptieren. Zugeständnisse gab es immerhin bei der Bäder-Modernisierung. Bei einigen Mietern, die bereits modernere Bäder haben, wird auf Wunsch darauf verzichtet.

Drastische Mieterhöhungen

Was bleibt, sind auch die teilweise drastischen Mieterhöhungen, die auf Mieter zukommen. Statt 5,40 Euro soll Gennat künftig 8,12 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter zahlen - insgesamt 137,79 Euro mehr als bislang. Viele Wohnungen lägen damit auch über dem Satz von rund 6 Euro, der vom Jobcenter für die Übernahme von Mieten akzeptiert wird.

Es sind schon viele Härtefall-Anträge bei der LEG gestellt, weiß Tobias Scholz. Einige Mieter hätten aber auch resigniert - und sind teilweise ausgezogen. Der Blick auf die Fensterfronten des Wohnblocks zeigt, das schon zahlreiche Wohnungen leer stehen. Der Mieterverein will sich weiter um die Interessen der Mieter kümmern, die durchhalten wollen. Die Forderung, nicht über die Köpfe der Mieter hinweg zu modernisieren, bleibe aktuell.

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