LEG-Wohnungen in der Gartenstadt

Mieterinitiative übt harsche Kritik am Unternehmen

Gartenstadt - Eine Mieterinitiative kritisiert das Vorgehen bei Sanierungsarbeiten an Wohnhäusern der LEG in der Damaschkestraße und Felkestraße. Für das Düsseldorfer Wohnungsunternehmen sind die Vorwürfe nicht neu.

Unkoordiniert und unprofessionell - das sind noch recht harmlose Worte, mit denen Mieter das Vorgehen bei Sanierungsarbeiten an der Damaschkestraße und der Felkestraße bezeichnen. In Verantwortung sehen sie die LEG als Vermieterin. Einige offensichtliche Schäden würden nur oberflächlich kaschiert, andere aufwendige Maßnahmen seien dagegen völlig unangebracht. Oder in der Herangehensweise nicht nachvollziehbar.

Wasser läuft ins Gemäuer

Marianne Zurek-Laatsch deutet zum Beispiel auf Bodenplatten direkt vor dem Treppenaufgang zum Haus der Damaschkestraße 24. Mehrere Platten sind leicht abgesackt, direkt vor den Stufen sammle sich schon bei leichtem Regen das Wasser. "Wenn es im Winter friert, kann das gefährlich werden, nicht nur für ältere Menschen", sagt Zurek-Laatsch.

Doch nicht nur das Sturzrisiko verärgert die Mieterin. "Das Wasser wird langsam ins Gemäuer bis in unsere Keller gedrückt." Tatsächlich hat die Feuchtigkeit schon ihre Spuren hinterlassen - sowohl unten an der Hauswand als auch an den Kellerdecken.

Unnötige Sanierung des Hausflurs?

Die abgesackten Bodenplatten und das Hauseingangspodest hätten die Mieter Anfang November 2017 gemeldet, erklärt LEG-Sprecher Mischa Lenz auf Anfrage unserer Redaktion. Die erforderlichen Arbeiten seien am 14. November beauftragt "und sie sind - unserem Kenntnisstand nach - bereits erfolgreich ausgeführt worden. Selbstverständlich gehen wir nun gerne, im Sinne unserer Mieter, dem Vorwurf nach. Unser zuständiger Mitarbeiter wird daher kurzfristig nochmals eine örtliche Überprüfung der geschilderten Situation vornehmen."

Den Kopf schüttelt die Mietergemeinschaft über die Sanierung im Hausflur der Nummer 24. "Die war gar nicht notwendig, weil hier erst vor etwa vier Jahren gestrichen worden ist." Ändern konnten sie an dem Plan aber nichts. Stattdessen durften sie sich über die Vorgehensweise der beauftragten Firmen wundern. "Als erstes meldete sich der Maler", sagt Mieterin Zurek-Laatsch. Dann sei der Elektriker für die neue Gegensprechanlage gekommen und habe die Schlitze für die Leitungen in die gestrichenen Wände gestemmt. Als nächstes seien die Experten für die Wärmeisolierung auf den Plan getreten, um die Kellerdecke und den Speicherboden zu dämmen. "Es wurde Material bis zum Speicher getragen, und die Wände wurden wieder schmutzig", so Marianne Zurek-Laatsch. Darauf angesprochen habe ein Mitarbeiter nur gemeint: "Wird später ausgebessert."

Dazu erklärt LEG-Sprecher Mischa Lenz: "Bei derartigen technischen Aspekten haben unsere Mieter häufig eine andere Wahrnehmung, da sie die technischen Gegebenheiten anders beurteilen als unsere ausgebildeten Fachleute. Wir versichern Ihnen, dass die Maßnahmen professionell koordiniert sind und die Abläufe nicht willkürlich, sondern technisch motiviert und daher in ihrer Reihenfolge festgelegt sind, damit die Modernisierung von uns erfolgreich durchgeführt werden kann."

Vor allem die Umstände bei der Wärmeisolierung haben viele Mieter aufgebracht. Das Dämmmaterial habe man komplett von großen Lkw auf einer Spielwiese abgelegt. Und von der sei seitdem nicht mehr viel zu sehen. Zudem sei man bei den Arbeiten grob fahrlässig mit dem Feinstaub umgegangen, der beim Zuschneiden entsteht. Norbert Adam aus der Felkestraße hat sich informiert und meint: "Nach der Arbeit muss der Staub aufgesaugt, aber nicht zusammengefegt werden." So würde er sich nur weiterverteilen. Bei ihm und bei Marianne Zurek-Laatsch allerdings sei nur gefegt worden. "Ich habe selbst gesaugt und wische heute noch mehrfach im Keller." Der Staub halte sich aber hartnäckig.

"Laien haben oft verzerrte Wahrnehmung"

"Selbstverständlich reinigen wir nach Abschluss der Maßnahmen die Baustelle vollumfänglich, schließlich sind wir selbst sehr interessiert daran, unsere Bestände in einem einwandfreien Zustand zu halten", erklärt dazu die LEG.

Dass es auch anders geht, bestätigt Sigrun Katscher aus der Felkestraße: "Bei mir lief alles reibungslos. Als die Arbeiter fertig waren, war auch alles sauber. Nachbarin Zurek-Laatsch meint: "Inzwischen musste die Geschäftsführung einen Staubsauger für die Handwerker gekauft haben." Möglicherweise wegen bestehendem Zeitdruck. Von den vorgeschriebenen Atemmasken für die ausführenden Arbeiter habe übrigens keiner der Mieter, die sich zu Wort melden, etwas gesehen.

Mischa Lenz von der LEG erklärt dazu: "Wir und die von uns beauftragten Fachleute halten sich streng an die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien. Auch bei diesem Aspekt haben Laien oft eine verzerrte Wahrnehmung."

Zentraler Kundenservice eingerichtet

Was den Ärger der Mieter verschärft, sei die kaum zu erreichende LEG. Zwar gebe es in der Karl-Harr-Straße in Hörde noch ein großes Büro. "Dort findet man aber niemanden, den man ansprechen kann", so Norbert Adam. Stattdessen müsse man eine der Hotlines anrufen. "Da habe ich es mal 45 Minuten versucht - wegen einer kleinen Glühbirne."

Im Zuge einer umfassenden Neuorganisation habe die LEG einen zentralen Kundenservice eingerichtet, der per Telefon (0211/740740-0) oder E-Mail (service@leg-wohnen.de) alle Fragen und Anliegen kläre, schreibt LEG-Sprecher Lenz. Der Kundenservice vereinbare individuelle Termine in den Kundenbüros. Damit wolle die LEG ihren Mietern unnötige Wege und Wartezeiten ersparen. Daher entfallen die bisher üblichen Sprechzeiten in den Kundenbüros, etwa an der Karl-Harr-Straße. Reparaturmeldungen würde weiterhin der bisherige 24-Stunden-Service entgegennehmen. Seit dem 5. Februar stehe den Mietern zudem ein Mieter-Portal im Internet und eine Mieter-App für das Smartphone mit individualisierten Zugangsdaten zur Verfügung.

Geringe Resonanz

Marianne Zurek-Laatsch hat es wegen der abgesackten Bodenplatten mal über die LEG-App probiert. Mit dem Ergebnis: "Es wurde kurz ausgebessert - und kurze Zeit später war alles wie zuvor."

LEG-Sprecher Mischa Lenz weist darauf hin, dass "sämtliche Kritikpunkte bereits umfassend persönlich mit der vor Ort tätigen Mieterinitiative und dem zuständigen Mieterverein besprochen" wurden. Bezüglich der Modernisierungen seien den betroffenen Mietern zusätzlich zu den schriftlichen Informationen Sprechstunden vor Ort angeboten worden. "Die Resonanz war sehr gering bzw. blieb größtenteils ganz aus."

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