Lehre aus Terror-Attentaten

Neuer Polizeihelm schützt in Extremsituationen

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KREIS RE - Im Jahr 2019 schützt der ballistische Helm „Hoplit F 1100 H“ Polizeistreifen des Recklinghäuser Präsidiums im Kreis RE und Bottrop vor Angriffen mit Stichwaffen, Chemikalien und Schusswaffen – bis hin zum Beschuss aus „Kalaschnikow“-Sturmgewehren. Die sind seit Jahrzehnten das Synonym für das zerstörerische Potenzial von Kriegswaffen, bei Terroranschlägen in Paris bekamen sie traurige Berühmtheit.

Die Ausrüstung der Polizei mit ballistischen Helmen ist eine Konsequenz aus den Attacken: Es sind Beamte auf Streifenwagen, die als Erste mit der Gewalt von Anschlägen oder Fällen von Schwerkriminalität konfrontiert werden.

Die Polizisten müssen für die Gesellschaft buchstäblich den Kopf hinhalten, wenn keine Zeit bleibt, auf hochtrainierte Spezialeinheiten zu warten. „First-Response-Teams“ werden die Beamten genannt, die als erste eintreffen und eingreifen – 5000 Helme hat das NRW-Innenministerium für sie angeschafft, über 200 verfügt das Recklinghäuser Präsidium. Sie sind jetzt an Bord der eigens dafür umgebauten Streifenwagen, auch die Recklinghäuser Einsatzhundertschaft hat „Hoplits“.

Gesundheit hat oberste Priorität

„Das Leben und die Gesundheit meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat oberste Priorität. Und dieser Helm trägt mit dazu bei, dass sie in einer extremen Einsatzsituation bestmöglich geschützt sind. Ich hoffe aber, dass sie niemals in eine Situation kommen werden, wo dieser Schutz erforderlich ist“, sagt Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen.

Die neuen „Hoplits“ sind nicht ansatzweise mit den von Demo-Einsätzen bekannten weißen Schutzhelmen vergleichbar, despektierlich gerne auch „Salatschüssel“ genannt.

Der neue Titan-Aramid-Helm des seit Jahrzehnten in ballistischer Schutzausrüstung führenden österreichischen Entwicklers und Produzenten Ulbrichts Protection ist in Modulbauweise konstruiert. Er wiegt je nach anbaubarer Zusatzausstattung (etwa mit dem vor Splittern schützenden Visier) um die 3 Kilo – diese Angabe mutet banal an, ist aber in der Praxis enorm wichtig. Im ewigen Wettlauf zwischen immer neuen, stärkeren Geschossen und einer „Rüstung“ muss sich deren Träger noch angemessen bewegen können. Und: Das für die Schutzklasse vergleichsweise leichte Gewicht erhöht die Trage-Akzeptanz, auch lässt sich der „Hoplit“ einfach an die Kopfgröße anpassen. Ein Helm, der wegen seiner Unhandlichkeit nicht getragen wird, schützt niemanden.

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