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Klaus Schymik, Leiter des Betriebshofs def Vestische Straßenbahnen GmbH in Bottrop erklärt am Dienstag, 20. November 2018, wie E-Scooter-Fahrer künftig Zugang zu den Bussen der Vestischen bekommen und wie sie sich verhalten sollen. Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Linienbusse

Vestische hebt Scooter-Verbot auf

Kreis RE - Nur zugelassene Elektromobile werden transportiert. Piktogramm weist entsprechende Busse aus. Das E-Scooter-Verbot hatte die Vestische aus Sicherheitsgründen im Jahr 2014 ausgerufen, nachdem in öffentlichen Verkehrsmitteln Elektromobile bei schneller Kurvenfahrt umgekippt waren.

Gute Nachricht für Menschen mit Behinderung, die sich mit Hilfe eines E-Scooters bewegen: Die Vestische hat ihr Verbot für die Elektromobile aufgehoben, die jetzt also in allen dafür ausgerüsteten Linienbussen wieder mitfahren dürfen. „Durch einen Erlass des Verkehrsministeriums, dass der Transport von E-Scootern unter Beachtung festgelegter Vorschriften zugelassen ist, haben wir dafür jetzt die zuvor fehlende Rechtssicherheit erhalten“, erklärt Norbert Konegen, Sprecher der Vestischen.

Fast 80 Prozent der Linienbusse sind für die Mitnahme von Elektromobilen ausgerüstet. Konegen: „Dies ist für die Fahrgäste an einem weiß-blauen E-Scooter-Piktogramm zu erkennen, das neben dem für Rollstühle oder Kinderwagen als Aufkleber auf der Front sowie an den Einstiegen des Linienbusses angebracht ist.“

Damit kommt das Unternehmen wieder der generellen Verpflichtung nach, jeden Fahrgast im öffentlichen Personen-Nahverkehr zu transportieren. Das E-Scooter-Verbot hatte die Vestische aus Sicherheitsgründen im Jahr 2014 ausgerufen, nachdem in öffentlichen Verkehrsmitteln Elektromobile bei schneller Kurvenfahrt umgekippt waren.

Das E-Scooter-Verbot ist bereits seit August aufgehoben

Grundlage war eine Untersuchung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), die bei vielen der marktüblichen E-Scooter-Modellen das hohe Kipprisiko und uneinheitliche Sicherheitsstandards bemängelte. Fast alle Nahverkehrsunternehmen folgten der Verbotsempfehlung des VDV. Zu dem Zeitpunkt gab es nach Angaben der Vestischen überhaupt noch keine Scooter-Modelle, die für die Mitnahme in Bussen und Bahnen zugelassen waren. Eine neue Generation von Fahrzeugen weise diese Zulassung nun in der Betriebserlaubnis aus, erklärt Norbert Konegen.

„Der Erlass des Ministeriums gibt jetzt auch den Busfahrern die Rechtssicherheit, die im Linienbetrieb ja für die sichere Beförderung ihrer Fahrgäste verantwortlich sind“, sagt Klaus Schymik, Leiter des Betriebshofes in Bottrop. Für den Bustransport zugelassene E-Scooter erkennt der Busfahrer seinerseits an einem Scooter-Bus-Piktogramm, das gut sichtbar vom Hersteller am Elektromobil angebracht sein muss.

„Der Fahrgast muss zudem als Zulassungsnachweis die Gebrauchsanleitung des Scooters mitführen“, so Norbert Konegen. Das Elektromobil darf nicht länger als 1,20 Meter und – mit Fahrer – nicht schwerer als 300 Kilogramm sein. Der Scooter muss für die Rückwärtseinfahrt geeignet sein und ein Bremssystem besitzen, das immer auf beide Räder einer Achse zusammen wirkt. Der Fahrgast, der mit seinem E-Fahrzeug den Bus benutzen will, müsse zudem im Besitz eines Schwerbehindertenausweises sein, betont die Vestische.

Die Busse verfügen ihrerseits an der zweiten Eingangstür über eine vom Busfahrer ausklappbare Rampe mit maximal 300 Kilo Tragkraft, über die E-Scooter in den Bus einfahren können. „Zu einem ausgewiesenen Rollstuhl-Aufstellplatz mit einem Seitenbügel zum Fahrzeugdurchgang. Der hindert den E-Scooter am Umkippen und kann auch dessen Last aufnehmen“, erläutert der Bottroper Betriebshofleiter Klaus Schymik. E-Scooter-Fahrer müssen zudem ihr Fahrzeug beherrschen, um so in den Bus einfahren zu können, dass sie rückwärts mit ihrer Sitzlehne vor der Prallplatte stehen. Das E-Scooter-Verbot ist bereits seit August aufgehoben. Von der Möglichkeit hätten bislang nur vereinzelt Fahrgäste Gebrauch gemacht, heißt es bei der Vestischen.

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