Lobeshymne auf Favre

BVB-Boss Watzke will sich nach 3:2 nicht in die Favoritenrolle drängen lassen

In die Favoritenrolle will sich BVB-Boss Watzke auch nach der beeindruckenden Leistung und nun sieben Punkte Vorsprung auf den FC Bayern nicht drängen lassen.

Bei "Wontorra - der Fußball-Talk" sprach der 59-Jährige am Sonntag über das nervenaufreibende Topspiel im Signal Iduna Park, Trainer Lucien Favre und die neue Struktur bei Borussia Dortmund.

Hans-Joachim Watzke über ...

? die Konstellation an der Spitze: "Ich habe im Februar gesagt, man muss da sein, wenn die Bayern mal schwächeln, das stimmt. Wir sind auch da, aber die Bayern schwächeln nicht. Diesen Eindruck haben sie am Samstag nicht auf mich gemacht. Mit den Bayern muss man bis zum letzten Spieltag rechnen. Und ich glaube, dass ihnen das Spiel am Samstag mehr Zuversicht geben wird, als dass es sie zurückwerfen wird."

? die Stärke von Borussia Mönchengladbach: "Ich sehe sie sehr stark. Ich hatte gedacht, dass es in Bremen eng werden könnte, aber das haben sie sehr souverän gelöst. Sie haben eine gute Mannschaft, und sie haben einen Riesenvorteil gegenüber den Bayern und uns: Sie spielen nicht international, sie können sich die ganze Woche gezielt vorbereiten, können auch Blessuren besser auskurieren. Also muss man mit ihnen rechnen."

? den Verlauf der 95 Minuten am Samstag: "Die Bayern haben in den ersten 25 Minuten unfassbar gut gespielt. Aber das Tempo kann keine Mannschaft der Welt durchhalten. Und nach 25 Minuten wurde es kontinuierlich weniger."

? Lucien Favre: "Er wird oft als schwierig beschrieben, aber das ist erst Mal gar nicht schlimm. Schwierig ist nicht gleichzusetzen mit "link", da gibt es Trainer, die sind "link", und dann wird es schwierig. Lucien ist komplett anständig, er pflegt einen sehr respektvollen Umgang mit uns und der Mannschaft. Er hat auch vor der Institution Borussia Dortmund Respekt, von daher begegnet er allen auf Augenhöhe. Er hat einen feinen Witz, und ich habe noch nie einen Trainer erlebt, der so detailversessen ist."

? Mario Götze: "Er ist ein vollwertiges Mitglied der Mannschaft, er ist auf einem guten Weg und hat den Vorteil, dass er auf vielen Positionen einsetzbar ist. Es gibt heutzutage nicht mehr den einen Spieler, der 34 Spiele durchspielt, dazu noch zehn Einsätze in der Champions League hat. Von daher ist es normal, dass er auch mal nicht spielt. Der Kader ist stark. Ich habe mir jetzt am Samstag beim Blick auf unsere Bank gedacht, du machst den Job jetzt 14 Jahre, und es ist das erste Mal, dass wir eine Bank haben, die sich vor der des FC Bayern nicht verstecken muss."

? Unruhe bei den Bayern: "Sie sind immer noch ein Riesenklub, der auf jeden Fall zurückkommen wird. Am Samstag habe ich die ersten Ansätze gesehen. Sie werden das lösen."

? mögliche Abwerbeversuchen der Bayern: "Es ist schon ein kleiner Unterschied zu den Zeiten, als sie Robert Lewandowski oder Mario Götze abgeworben haben. Damals waren wir am Anfang unserer Entwicklung. Aber heute können wir uns schon wehren. Bei uns gibt es keine Ausstiegsklauseln, ich bin zwar vorsichtig mit Prognosen, aber ich glaube sagen zu können, dass keiner unserer Spieler in der nächsten Saison das Trikot der Bayern tragen wird. Die Bayern sind immer noch ein sehr großer Klub. Aber die Vergangenheit hat ja auch gezeigt, dass ein Wechsel der Karriere nicht immer förderlich ist."

? das lange Zeit abgekühlte Verhältnis zu Mathias Sammer: "Wir haben uns, wie das intelligente Menschen können, wieder angenähert. Als er bei den Bayern war, hat es auch mal richtig gescheppert, das stimmt. Wir haben uns dann zufällig vor dem Pokalfinale gegen Frankfurt getroffen und auf einer Veranstaltung zusammen am Tisch gesessen. Nach ein, zwei Stunden war wieder alles wie früher. Ich gebe zu, dass das Konstrukt für einige vielleicht gewöhnungsbedürftig ist. Diskussionskultur ist aber wichtig, und die Entscheidungskultur muss klar sein. Sebastian Kehl bringt seine Meinung ein, Sammer analysiert. Aber Michael Zorc sagt, was wir machen. Das hat bislang sehr gut funktioniert."

? die Qualität Bundesliga: "Sie ist wieder sehr stark, der Fußball hat einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Das liegt an mehreren Dingen: Es wird ein Tick rustikaler gespielt, nicht mehr nur der Ball hin- und hergeschoben. Schon bei der WM hat sich gezeigt, du brauchst körperliche Präsenz im Zentrum und schnelle Spieler, die im Eins-gegen-Eins bestehen können."

? seine Zukunft: "Die Renteninformation ist gerade gekommen, ich muss bis 66, das dauert also noch. Und ich habe auch noch nicht genug Rente, muss noch ein bisschen arbeiten. Aber klar ist, der BVB ist jetzt schon an allen Schaltpositionen so aufgestellt, dass da gute Leute nachkommen, wenn ich morgen vor einen Baum fahren sollte. Ich würde diesen Job für keinen der Welt tauschen wollen. Also warum sollte ich aufhören. DFB oder DFL, das Thema kann ich gleich beenden. Ich bin kein Verbandsmensch."

.. die Pläne zur Super League: "Ich weiß nicht, was da in den Zirkeln diskutiert wurde. Ich sehe aber nicht, dass man sie braucht. Mein Bekenntnis zur Bundesliga steht sowieso. Und wenn einige meinen, wir würden das mitmachen, wenn da self Vereine sind, die ein 20-jähriges Startrecht haben und es kämen jährlich Gäste wie Borussia Dortmund oder Atletico hinzu, dann täuschen sie sich gewaltig. Mir wäre es am liebsten, wenn alles so bleibt."

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