Lohngerechtigkeit

Bei der Demo zum "Equal Pay Day" in Dortmund herrschte Alarmstufe Rot

Bei der Demo am Montag durch die Stadt herrschte "Alarmstufe Rot". Es ging um Geld, genauer um Lohngerechtigkeit. Am "Equal Pay Day" war das Ehegatten-Splitting Zielscheibe des Protests.

Passanten in Dortmund zückten am späten Montagnachmittag ihre Handys und filmten den fröhlich vorgetragenen, aber sehr ernst gemeinten Protest. "Sie works hard for the money" (Sie arbeitet hart fürs Geld), der Hit von Donna Summer aus dem Jahr 1983 tönte vor der Petri-Kirche aus dem Lautsprecher, während Frauen mit roten Hüten, roten Luftballons und Klatschpappen dazu tanzten - Aufmerksamkeit für den "Equal Pay Day", den Tag der Lohngerechtigkeit, der in diesem Jahr auf den 18. März fiel. Das ist der Tag, bis zu dem die Frauen in Deutschland im Vergleich zu Männern umsonst gearbeitet haben.

Ein Aktionsbündnis aus 40 Partnerorganisationen hatte unter Regie des Gleichstellungsbüros der Stadt zum Equal Pay Day aufgerufen, und rund 200 Frauen schlossen sich dem Demonstrationszug durch die City an, verteilten Infomaterial, Ballons und Waffeln. Den getrommelten Rhythmus gab die Samba-Gruppe Atè Logo vor. "Ich freue mich, dass es in diesem Jahr so viele sind, die mitmachen", sagte die städtische Gleichstellungsbeauftragte Maresa Feldmann.

"Wir wollen den halben Kuchen"

"Wir wollen nicht mehr fluchen, wir wollen den halben Kuchen", stand auf einem der Transparente. Die Dortmunderin Tirzah Haase ist zwar freischaffende Künstlerin, aber sie lief aus Solidarität mit. "Dass wir im 21. Jahrhundert immer noch um Lohngerechtigkeit kämpfen müssen, ist traurig", sagt sie.

Beim anschließenden Red Dinner mit rotgedeckten Tischen in der Bürgerhalle des Rathauses fasste Maresa Feldmann noch einmal zusammen, worum es geht. Die Lohnlücke, der Gender Pay Gap, zwischen Männern und Frauen beträgt über alle Berufe sowie Teil- und Vollzeit gesehen aktuell 21 Prozent.

Ungerechtigkeit beginnt schon beim Taschengeld

Die Ungerechtigkeit beginne schon beim Taschengeld-Gap im Vorschulalter (15 Prozent), und setzte sich bis in die Führungspositionen fort (23 Prozent) fort. Beim sogenannten Care Gap, den unbezahlten Tätigkeiten, leisten Frauen 52 Prozent mehr unbezahlte Arbeit als Männer. Und beim Alterseinkommen haben Frauen in Westdeutschland einen Rückstand von 42 Prozent gegenüber Männern. "Das ist alarmierend", warnte Maresa Feldmann.

Ein besonderes Augenmerk galt in diesem Jahr dem Ehegatten-Splitting. Über das Steuerrecht, das Frauen systematisch benachteilige, sprach Nicola Stroop vom Vorstand des Verbandes allein erziehender Mütter und Väter NRW. Der kurzfristige Steuervorteil der Steuerklassenkombination 3/5 hat für die in der Regel weniger verdienenden Frauen dramatische Folgen bei Scheidung und Rente. Deshalb fordert das Aktionsbündnis unter anderem seine Abschaffung.

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