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Das Landgericht Duisburg hat den Prozess um das Loveparade-Unglück im Jahr 2010 vorzeitig eingestellt.

Unglück im Jahr 2010

Loveparade-Prozess eingestellt - Mammutverfahren endet ohne Urteil

21 Tote, 650 Verletzte: Vor knapp zehn Jahren endete die Loveparade in Duisburg in einer Katastrophe. Nun wurde das Strafverfahren eingestellt - der Mammutprozess endet ohne Urteil.

  • Fast zehn Jahre ist die Loveparade-Katastrophe jetzt schon her
  • Nach zweieinhalb Jahren wurde der Prozess jetzt frühzeitig beendet
  • Am Montagmorgen ist die Entscheidung gefallen

Update, 4. Mai, 9.50 Uhr: Das Landgericht Duisburg hat am Montag den Prozess um das Unglück bei der Loveparade 2010 mit 21 Toten eingestellt. Bei den drei zuletzt verbliebenen Angeklagten hatte das Gericht zuvor nur eine geringe Schuld vermutet. Eines der aufwendigsten Strafverfahren der Nachkriegszeit endet damit nach knapp zweieinhalb Jahren und 184 Sitzungstagen ohne ein Urteil. Die Kammer wollte am Montag im Anschluss an die Verkündung des Beschlusses noch ihre Erkenntnisse aus dem Verfahren vortragen.

21 Menschen sind bei der Loveparade-Katastrophe 2010 ums Leben gekommen.

Erstmeldung (4. Mai, 8 Uhr):

Duisburg/Düsseldorf - Das Landgericht Duisburg stellt am Montag (9.30 Uhr) möglicherweise den Loveparade-Prozess ein. Einer der aufwendigsten Strafprozesse der Nachkriegszeit ginge damit nach knapp zweieinhalb Jahren am 184. Verhandlungstag ohne ein Urteil zu Ende.

In dem Prozess geht es um den Tod von 21 jungen Menschen bei der Loveparade in Duisburg im Juli 2010. Sie starben in einem Gedränge auf dem einzigen Zu- und Abgang des Veranstaltungsgeländes. Mehr als 650 Menschen wurden verletzt.

Loveparade: Verfahren gegen Stadt Duisburg und Lopavent bereits eingestellt

Angeklagt waren ursprünglich Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent und der Stadt Duisburg wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. Sie sollen schwere Planungsfehler begangen haben. Die Verfahren gegen die städtischen Mitarbeiter und einen Lopavent-Beschäftigten wurden im Februar 2019 wegen vermutlich geringer Schuld ohne Auflagen eingestellt.

Anfang April 2020 hatte das Landgericht die Einstellung des Verfahrens auch für die drei verbliebenen Angeklagten vorgeschlagen. Es begründete dies unter anderem mit zu erwartenden Corona-Einschränkungen und der drohenden Verjährung Ende Juli.

Staatsanwaltschaft und die verbliebenen drei Angeklagten haben bereits zugestimmt. Viele der 42 Nebenkläger sind dagegen - für eine Einstellung ist ihre Zustimmung allerdings rechtlich nicht erforderlich. Ein Einstellungsbeschluss wäre unanfechtbar.

dpa

13 Jahre nach ihrem Weggang aus Berlin und neun Jahre nach dem tragischen Unglück in Duisburg soll wieder eine Loveparade als "Love World Peace Parade" in der Hauptstadt stattfinden.

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