Mann mit Giftcocktail getötet

Dorstener sitzt wegen Verdachts auf Raubmord in Haft

Dorsten - Ein 50-jähriger Dorstener sitzt in Untersuchungshaft. Ihm und zwei weiteren Mittätern wird von der Staatsanwaltschaft Münster ein Raubmord in Velen zur Last gelegt. Sie sollen einen 56-Jährigen mit einem Cocktail aus verschiedenen Substanzen zunächst wehrlos gemacht haben, um ihn dann auszurauben. Das Opfer wurde zwei Tage nach dem Überfall tot in seiner Wohnung in Velen aufgefunden.

Ein Dorstener und zwei mögliche Mittäter wurden jetzt wegen des Verdachts auf Raubmord festgenommen. "Dem Trio wird vorgeworfen, am 1. Mai (Dienstag) in Velen-Ramsdorf einen 56-jährigen Mann durch einen Cocktail mit verschiedenen Substanzen widerstandsunfähig gemacht und anschließend ausgeraubt zu haben", erklärte der für dieses Verbrechen zuständige Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am Mittwoch in Münster. "Bisherigen Ermittlungen zufolge ist der 56-Jährige an der Vergiftung durch diese unterschiedlichen Substanzen gestorben."

Am 3. Mai fanden Rettungskräfte den 56-Jährigen in seiner Wohnung tot auf. Bereits bei den ersten Ermittlungen fanden Polizisten heraus, dass Wertgegenstände des Verstorbenen, unter anderem sein hochwertiger Pkw, fehlten. Daraus ergaben sich Verdachtsmomente dafür, dass der 56-Jährige Opfer eines Raubmordes geworden sein könnte. Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass der 56-Jährige einem Herzinfarkt erlegen war.

Zur Klärung des Todes wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Münster der Leichnam des Mannes obduziert und weitere rechtsmedizinische Untersuchungen in Auftrag gegeben. Diese bestätigten den Verdacht, dass er mit chemischen Substanzen vergiftet worden ist.

Verrräterische Kennzeichen

Polizisten stoppten am 18. Mai (Freitag) in Dorsten einen Pkw, an dem die Kennzeichen des gesuchten Wagens des Verstorbenen angebracht waren. Der 50-jährige Fahrer, ein Mann aus Dorsten, wurde vorläufig festgenommen. Da keinerlei Verbindung zwischen dem Verstorbenen und dem Festgenommenen bestand, erhärtete sich der Verdacht auf ein Gewaltverbrechen. Beim Polizeipräsidium Münster wurde daher unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Schneemann eine Mordkommission eingerichtet.

Aus den weiteren Ermittlungen ergaben sich zwei weitere Tatverdächtige. Eine 48-jährige Frau und ein 52-jähriger Mann sollen gemeinsam mit dem 50-Jährigen in der Wohnung des Toten gewesen sein.

Auf Teneriffa geschnappt

Wegen des Verdachts des Mordes sowie Raubes mit Todesfolge erließ das Amtsgericht Münster am 19. Mai Haftbefehl gegen die drei Beschuldigten und ordnete gegen den bereits festgenommenen Dorstener Untersuchungshaft an. Im Rahmen einer internationalen Fahndung konnten die beiden weiteren Tatverdächtigen am 25. Mai 2018 auf Teneriffa festgenommen werden. Die Staatsanwaltschaft Münster beantragt nun ihre Auslieferung nach Deutschland.

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