Maria 2.0: Bundesweit treten Frauen in den Kirchenstreik

Münster (dpa) - Im Monat Mai steht in der katholische Kirche die Gottesmutter Maria traditionell im Mittelpunkt. Bewusst in dieser Zeit treten bundesweit Frauen eine Woche lang in den Kirchenstreik.

Die in Münster entstandene Bewegung für mehr Frauenrechte in der katholischen Kirche startet heute bundesweit einen einwöchigen Kirchenstreik. Unter dem Motto Maria 2.0 wollen die gläubigen Frauen, die vielfach ehrenamtlich tätig sind, damit gegen Machtstrukturen in der Kirche und die von ihnen kritisierte Vertuschung von sexuellem Missbrauch durch Amtsträger protestieren. In einer Online-Petition an Papst Franziskus fordern die Frauen Zugang zu allen Ämtern der Kirche und die Aufhebung der Pflicht zur Ehelosigkeit für katholische Priester (Zölibat).

Die Frauen betreten in dieser Zeit keine Kirchen, üben ihre ehrenamtlichen Ämter nicht aus und feiern Gottesdienste ohne Priester bewusst im Freien. Entstanden ist die bundesweite Bewegung in der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Münster. Eine der Initiatorinnen ist Andrea Voß-Frick. "Wir wissen nicht, ob es bundesweit 100 oder 1000 Frauengruppen sind, die sich angeschlossen haben. Aber wir haben Rückmeldungen aus den Bistümern in Hamburg, Berlin, Rottenburg und auch aus Wien in Österreich", sagte Voß-Frick vor dem Streik in Münster der Deutschen Presse-Agentur.

Die großen katholischen Frauenverbände KDFB (Katholischer Deutscher Frauenbund) und KFD (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) bezeichneten den Kirchenstreik im Vorfeld als wichtiges Signal und appellierten an die Deutsche Bischofskonferenz, das nicht länger zu ignorieren.

Voß-Frick und ihre rund 15 Mitstreiterinnen planen im Marien-Monat Mai eine Woche lang alternative Veranstaltungen außerhalb ihrer Kirchengebäude - immer dann, wenn es offizielle Messen und Veranstaltungen gibt. Zum Auftakt laden die Frauen am Samstag um 18.00 Uhr zu einem Wortgottesdienst vor ihre Kirche. Am Sonntag treffen sich die Frauen ab 11.00 Uhr zu einer Mahnwache vor dem Dom in Münster. Dazu sind Vertreter des Bistums Münster ausdrücklich eingeladen worden. Es folgen noch eine Maiandacht und ein weiterer Gottesdienst ohne Priester, bevor die Streikwoche am 18. Mai endet.

Initiative im Internet

Offener Brief an Papst Franziskus

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