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Die Supermarktkette Real wird verkauft.

650 Beschäftigte betroffen

Nach Real-Übernahme: Sieben Filialen werden geschlossen - was wird aus Herten?

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  • Stephan Rathgeber
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Die Supermarkt-Kette Real wurde von Metro an die SCP Group verkauft. Wie es für die Mitarbeiter im Kreis Recklinghausen weitergehen wird, ist noch offen.

  • Metro über Verkauf der Real-Märkte mit Investor SCP endlich einig.
  • Der Großteil der Real-Märkte soll - wenn auch unter anderem Namen und nur zeitweise - erhalten bleiben. Globus zeigt Interesse 
  • Für die Mitarbeiter im Kreis Recklinghausen geht die Zitterpartie weiter.  

Update, 4. März, 21:30 Uhr

Noch ist die Tinte unter dem Kaufvertrag für die Supermarktkette real kaum getrocknet, da wird es ernst für die ersten Mitarbeiter des Unternehmens. Bis spätestens Mitte nächsten Jahres sollen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die sieben Geschäfte in Bamberg, Deggendorf, Augsburg, Papenburg, Rheine, Bad Sobernheim und in Wildau bei Berlin ihre Tore schließen.

Noch keine Aussage zu Herten und Marl

Insgesamt sind davon 650 Beschäftigte betroffen. Zuvor hatten Zeitungen der Funke-Gruppe darüber berichtet. Damit ist aber noch nicht klar, was aus den Filialen in der Region wird: Zu Herten, Castrop-Rauxel und Gelsenkirchen wollte sich bisher niemand äußern. Auch auf Nachfrage, was aus dem Logistikzentrum im Marl wird, gab es von real keine Antwort.

Update, 21. Februar, 16:24 Uhr: Es gibt mittlerweile Interessenten, die Real-Supermärkte an den bisherigen Standorten weiterführen wollen. So hat beispielsweise offiziell die "Globus"-Holding ihren Hut in den Ring geworfen - vor allem für Häuser im Saarland. Das Unternehmen beschäftigt aktuell rund 13.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in rund 150 SB-Warenhäusern, Baumärkten und Elektrofachmärkten. Zum Thema Logistiklager in Marl ist jedoch von keinem Interessenten und auch nicht von Metro-Seite etwas zu hören.

Globus zeigt im Gespräch mit 24vest.de Interesse

Vertreten ist die Marke vor allem in Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern. Nordrhein-Westfalen könnte also eine willkommene Ergänzung der Standorte sein. Auf Nachfrage von 24vest.de sagte Johannes Scupin, Sprecher der Geschäftsführung Globus SB-Warenhaus: „Wir beobachten die Entwicklungen um real sehr genau und haben für einige Standorte unser Interesse bekundet. Wir sind davon überzeugt, dass wir diese Standorte mit unserem besonderen Konzept des produzierenden Lebensmittelhändlers revitalisieren, den Mitarbeitern vor Ort eine sichere Zukunft geben und weitere Arbeitsplätze schaffen können.

Als Familienunternehmen mit mittelständischer Struktur kommt für uns aber nur eine begrenzte Anzahl an Standorten überhaupt in Frage. Gegenüber den ebenfalls interessierten Marktführern, die aufgrund ihrer Marktmacht große Standort-Pakete übernehmen könnten, befinden wir uns in einer schwächeren Ausgangsposition und müssen die nun anstehenden Gespräche abwarten.“ Zu NRW wollte Scupin sich nicht im Detail äußern, sondern die Gespräche abwarten.

Update, 20. Februar, 8 Uhr: Nach aktuellem Stand könnte es offenbar noch Monate dauern, bis die Real-Mitarbeiter wissen, ob ihre jeweilige Filiale weiterbetrieben, verkauft oder geschlossen wird. Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger sprach am Mittwoch von einem "bitteren Tag für die Real-Beschäftigten". Die Gewerkschafterin warnte vor der möglichen Vernichtung von mehr als 10.000 Arbeitsplätzen im Zuge der Übernahme durch Finanzinvestor SCP.  Nur ein Kern von 50 Filialen soll noch 24 Monate unter dem Namen Real weitergeführt werden. Rund 30 Filialen sollen mangels Zukunftsperspektiven geschlossen werden. Mit welcher Filiale was geschehen soll, ließen die Beteiligten allerdings zunächst offen. Da ein Weiterverkauf vom Bundeskartellamt geprüft werden müsste, kann es auch noch dauern, bis hier Klarheit herrscht.

Nach Real-Verkauf: Verdi protestiert

Bei der Gewerkschaft Verdi ließen die Ankündigungen von SCP und Metro aber die Alarmglocken schrillen. Der Bundesfachgruppenleiter Einzelhandel, Orhan Akman, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Es wirkt wie eine Beruhigungspille, dass angeblich nur 30 Filialen geschlossen werden sollen. Wir befürchten, dass die Zahl noch deutlich steigen könnte."

Real-Mitarbeiter in Herten und Marl werden wohl erstmal übernommen

Update, 19. Februar, 16.30 Uhr: Die Mitarbeiter von Real müssen sich zumindest aktuell wohl keine Sorgen um ihre Jobs oder ihr Gehalt machen. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die Metro an seine Aktionäre sendete. Wörtlich heißt es dort: "Alle rund 34.000 Mitarbeiter werden mit ihren gültigen Verträgen zu den bisherigen Konditionen übernommen. Die SCP Group wird für die Steuerung aller Geschäftsbereiche von Real verantwortlich sein und gemeinsam mit ihrem strategischen Partner, der x+bricks Group, die Neupositionierung des Immobilienportfolios betreuen." 

Somit dürfte es vorerst auch für die Real-Mitarbeiter im Kreis Recklinghausen, unter anderem in Herten und Castrop-Rauxelzu alten Bedingungen weitergehen. Ob sie zukünftig aber weiter für Real - oder eine andere Einzelhandelskette des SCP-Imperums - im Einsatz sein werden, bleibt abzuwarten.

Metro verkauft Real an die SCP Group

Update, 19. Februar, 7.50 Uhr:

Der Handelskonzern Metro hat nach monatelangem Tauziehen endlich den Verkauf seiner angeschlagenen Supermarktkette Real unter Dach und Fach gebracht. Der Finanzinvestor SCP Group habe sich mit der Metro AG auf eine 100-prozentige Übernahme von Real geeinigt, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung beider Unternehmen vom Abend in Düsseldorf. Demnach soll ein Großteil der Real-Standorte "langfristig weiterbetrieben werden, entweder unter der Marke Real oder durch andere Einzelhändler".

Real wird zerschlagen

Unsere bisherige Berichterstattung: Die Supermarktkette Real soll nach dem Verkauf zerschlagen werden. Darauf hat sich der Mutterkonzern Metro mit den potenziell neuen Eigentümern verständigt. Hunderte Real-Beschäftigte haben jetzt vor der Hauptversammlung des Mutterkonzerns für eine Absicherung ihrer Arbeitsplätze und ihrer Löhne demonstriert.

Real-Mitarbeiter demonstrieren - wie geht es im Kreis Recklinghausen weiter?

Die Beschäftigten skandierten: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut" und forderten auf Transparenten "Wir wollen in sichere Hände". Mit dem Finanzinvestor SCP ist sich die Metro laut Vorstandschef Koch "kommerziell einig". 

Zwar wollen die Käufer einen Kern von 50 Real-Märkten für mindestens 24 Monate weiter betreiben. Der größte Teil der Filialen soll jedoch an andere Händler wie Edeka oder Kaufland verkauft werden. Rund 30 Filialen sollen geschlossen werden. Wer betroffen sein wird, wo und wie viele Arbeitsplätze wegfallen, ist bislang aber nicht kommuniziert.

Real-Zerschlagung gilt als sicher - was passiert mit Standorten im Kreis Recklinghausen?

Der Handelskonzern Metro hat bei den Verhandlungen über einen Verkauf seiner angeschlagenen Supermarktkette Real mit dem Konsortium um den Immobilieninvestor X-Bricks eine kommerzielle Einigung erzielt. Das teilte das Unternehmen am frühen Dienstagmorgen in Düsseldorf mit. Einzelne offene Punkte seien jedoch noch in Verhandlung.

Auch im Kreis Recklinghausen und der Region gibt es bekanntlich zahlreiche Märkte. Was der Verkauf zum Beispiel für die Standorte in Herten-Westerholt, wo aktuell große Angst herrscht, Gelsenkirchen-Buer, Coesfeld, Herne oder Castrop-Rauxel bedeutet, ist noch unklar.

Verkauf steht: Muss „real“ in Herten bald schließen? | cityInfo.TV

Verkauf steht: Muss „real“ in Herten bald schließen? | cityInfo.TV

Real im Kreis Recklinghausen: Metro-Pressestelle äußert sich

Auf Nachfrage von 24vest.de sagte Pressesprecher Dr. Hendrik Finger, dass der Investor Real als Ganzes zu einem Unternehmenswert von etwa einer Milliarde Euro übernehmen wird. Noch sei der Vertrag aber nicht unterschrieben. Erst danach könne etwas definitiv zu den Schließungen gesagt werden - auch zum Logistik-Standort in Marl. Die Zahl von 50 Schließungen bundesweit wollte weder Finger noch die aus Recklinghausen stammende AG-Presse-Direktorin Kirsten Ludowig bestätigen.

Supermarktkette Real droht Zerschlagung - auch im Kreis Recklinghausen?

Der Supermarktkette mit 277 Real-Märkten und rund 34.000 Beschäftigten droht aber wohl die Zerschlagung. Denn die künftigen Eigentümer wollen nach den bisher bekanntgewordenen Plänen nur einen kleinen Teil der Real-Märkte selbst weiter betreiben. Der Großteil der Standorte soll an andere Händler wie Edeka oder Kaufland weiterverkauft werden. Einigen Standorten droht auch die Schließung. 

Real im Kreis Recklinghausen: Kette war Metros Sorgenkind

Die Supermarktkette war zuletzt das Sorgenkind bei dem Düsseldorfer Handelsriesen und hatte im Geschäftsjahr 2018/19 für tiefrote Zahlen bei der Metro gesorgt.

Eine der beiden Logistikhallen der Metro in Marl wird für Waren genutzt, die an Real-Märkte in ganz Deutschland geliefert werden. Wie es dort weitergeht, ist offen. Denn sollte an andere Mitbewerber verkauft werden, dürfte es direkte Auswirkung auf Marl haben. Schließlich haben Konzerne wie Rewe oder Edeka eigene Logistikwege.

Laut Finger habe man in den Verhandlungen aber die Belange der Mitarbeiter mit in den Vordergrund gestellt. Zudem würden die Betriebsvereinbarungen auch nach dem Verkauf gelten.

Metro erhofft sich etliche Millionen Zufluss

Auf Grundlage der kommerziellen Einigung erwarte Metro einen Nettomittelzufluss von etwa 300 Millionen Euro und erwarte weiterhin über 1,5 Milliarden Euro Nettomittelzuflüsse nach sämtlichen Transaktionskosten aus dem Verkauf von Real und der Veräußerung eines Mehrheitsanteils am chinesischen Geschäft.

Hier noch einmal die Zusamenfassung aus Hertener Sicht.

mit dpa

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