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Ex-Hannibal-Mieter demonstrieren an der Katharinenstraße

DORTMUND - Die ehemaligen Mieter des geräumten Hannibal-Hauses in Dorstfeld haben am Samstag auf der Katharinenstraße vor dem Hauptbahnhof demonstriert. Mehrere Mieter sind erbost, weil der Hannibal als heruntergekommener Komplex für sozial Schwache dastehe. Das sei in vielen Wohnungen nicht der Fall. Die von Barbara Lewandowska ist ein Beispiel.

Viele Wohnungen, sagen die Ex-Mieter des Hochhaus-Komplexes, seien in Eigeninitiative luxuriös ausgestattet worden. Barbara Landowska hatte so eine Wohnung: 90 Quadratmeter, Laminat, selbst verlegt. Dreimal ist sie umgezogen seit der Räumung. Jetzt hat sie eine feste Wohnung von der städtischen Gesellschaft Dogewo in einem anderen Vorort.

"Zuerst war ich bei einer Freundin. Dann war ich in zwei Notunterkünften der Stadt." Jetzt zieht sie das vierte Mal um. Die neue Wohnung ist 20 Quadratmeter kleiner, kostet aber mit 560 Euro ohne Heizungskosten das Gleiche. "Ich ziehe da mit meiner 15-jährigen Tochter ein", sagt Landowska. Die muss künftig von Hörde nach Dorstfeld zur Schule pendeln, Luftlinie etwa fünf Kilometer.

Ungerechtes Vorgehen

Sauer ist die 40-Jährige nicht nur über die vielen Umzüge. "Ich muss auch fast alles selber bezahlen. Für die Renovierung der neuen Wohnung habe ich 140 Euro bekommen. Und die alten Möbel passen wegen der Größe nicht einmal alle hinein." In das Klischee einer sozial schwachen Frau passt die 40-Jährige nicht hinein. Sie ist selbstständig in der Gebäudereiniger-Branche. Auch wenn sie nicht jeden Euro umdrehen muss; das Vorgehen hält sie für ungerecht. Sie habe ja nicht umziehen wollen.

Von dpa

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