Mehr Hotelübernachtungen

"Ohne sie wäre der Boom gar nicht denkbar"

DORTMUND - Dortmunds Hotellerie geht es gut - mit rund 11.000 Übernachtungen mehr als im ersten Halbjahr 2017. Für die Gewerkschaft NGG ist das ein Grund, höhere Löhne für die Beschäftigten zu fordern.

Bei den Hotelübernachtungen bleibt Dortmund im Ruhrgebiet hinter Essen stabil auf Platz zwei: 645.061 Übernachtungen zählt die aktuelle Statistik, die dieser Redaktion vorliegt. Der Hotellerie geht es gut, schließt Dortmund Tourismus in der Auswertung der Statistik: trotz Einbrüchen im März und Mai sehen die ersten sechs Monate des Jahres 2018 genau so gut aus wie die des vergangenen Jahres. Insgesamt sind es sogar 10.819 Übernachtungen mehr.

Für die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ist das ein Grund, auf die Löhne der Mitarbeiter in Hotels, Gaststätten und Pensionen hinzuweisen, die aus Sicht der Gewerkschaft zu niedrig sind: "Von der ?soliden Betten-Bilanz' sollen jetzt aber auch die Mitarbeiter profitieren", heißt es in einer Pressemeldung. "Ohne sie wäre der Tourismus-Boom gar nicht vorstellbar."

120 Euro mehr auf dem Lohnzettel

So fordert die NGG eine Erhöhung der Löhne um sechs Prozent. Konkret wären das im Falle einer Köchin "120 Euro mehr auf dem Lohnzettel", heißt es. Auch Auszubildende sollen 100 Euro mehr Lohn im Monat bekommen.

Mindestens genau so wichtig sei ein "Zukunftsplan": "Hotels und Restaurants finden mittlerweile kaum noch Fachkräfte. Deshalb muss sich nicht nur an der Bezahlung etwas ändern. Bewährte Mitarbeiter brauchen Karriereperspektiven und faire Arbeitsbedingungen", sagt NGG-Geschäftsführer Manfred Sträter.

Nach Angaben der Arbeitsagentur arbeiten rund 390.000 Menschen im Gastgewerbe in Nordrhein-Westfalen. Der Gesamtumsatz betrug zuletzt 16 Milliarden Euro im Jahr.

Einbrüche wegen Ferientagen

Die Einbrüche im März und Mai erklärt Dortmund Tourismus mit "besonderen Ferien- und Feiertagsterminen, die das Geschäftsreisesegment stark beeinflussen." Gemeint sind der Tag der Arbeit (1.5.), Christi Himmelfahrt (10.5.), Pfingstmontag (21.5.) und Fronleichnam (31.5.), die alle in den Mai fielen. Zusammen mit den Pfingstferien vom 22. bis 25.5. waren so neun Wochentage potenzielle freie Tage für Arbeitnehmer.

Dagegen war der Juni mit 112.601 Übernachtungen der zweitstärkste Monat im ersten Halbjahr - getoppt wird er nur vom April mit 114.021 Übernachtungen. Allein die Übernachtungen der Gäste aus dem Ausland sind um 2,2 Prozent zurückgegangen. Hier liegt nach wie vor Essen vorne im Ruhrgebiet: mit 142.362 gebuchten Nächten.

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