Fußballspiele dürfen wieder mehr Zuschauer live vor Ort sehen. (Symbolfoto)
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Fußballspiele dürfen wieder mehr Zuschauer live vor Ort sehen. (Symbolfoto)

Einigung

Mehr Zuschauer bei Sportveranstaltungen erlaubt - auch im Kreis Recklinghausen

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Bei Spielen der Fußball-Regionalliga und anderen Sportveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen sind künftig zumindest theoretisch noch mehr Zuschauer erlaubt als bei Bundesliga-Spielen. In der Fußball-Bundesliga sind bei einem künftigen Test-Betrieb von sechs Wochen 20 Prozent der Stadion-Kapazität möglich, das wären bei Schalke 04 ca 12.000 Besucher, beim BVB 20.000.

Wie die Staatskanzlei mitteilte, sind bei Sportveranstaltungen fortan mehr als 300 Zuschauer erlaubt, bei Sportstätten mit mehr als 1000 Plätzen ist bis zu einem Drittel des Fassungsvermögens möglich. Nach dieser Rechnung dürfte Alemannia Aachen am Tivoli künftig bis zu 11.000 Zuschauer empfangen. In der Fußball-Bundesliga sind bei einem künftigen Test-Betrieb von sechs Wochen 20 Prozent der Stadion-Kapazität möglich, das wären bei Bayer Leverkusen rund 6000 Besucher. Aber auch bei heimischen Spielen dürfen mehr Zuschauer kommen. Das dürfte im Kreis Recklinghausen vor allem die Amateurvereine freuen, ganz gleich in welcher Sportart.

Schalke 04 schreibt auf der Website: „Wir sind der Politik sehr dankbar für das Vertrauen, das sie uns mit dieser Entscheidung entgegenbringt, und werden sehr verantwortungsvoll damit umgehen. Vor allem freuen wir uns für unsere Fans, die seit Monaten einem Stadionbesuch entgegenfiebern“, sagt Alexander Jobst, Vorstand Marketing, Vertrieb und Organisation des FC Schalke 04. „Es ist ein weiterer Schritt zurück in die Normalität. Wir sind auf eine Teilzulassung von Zuschauern vorbereitet und befinden uns mit den lokalen Behörden im Austausch, um die maximal mögliche Sicherheit für alle Beteiligten zu erreichen.“ Über die weitere Vorgehensweise, unter anderem das Prozedere der Kartenverteilung, wird der FC Schalke 04 in den kommenden Tagen informieren.

Infektionsschutzgesetze müssen aber eingehalten werden

Die Landesregierung versteht ihre Entscheidung als eine für die Vereine. Man schaffe damit „ein weiteres Stück verantwortungsvolle Normalität“, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). „Mit sicheren Infektionsschutzkonzepten und Grenzen bei der Kapazität können die Vereine ihre Sportstätten jetzt endlich wieder mit Leben füllen. Dabei gilt: Hygienekonzepte, Schutzmaßnahmen und ein umsichtiges Vorgehen haben Priorität.“

Auch beim BVB freut man sich über die Entscheidung

Ähnlich wie Schalke sieht es auch Borussia Dortmund. „Die Fußball-Bundesligisten, aber auch die Klubs und Vereine anderer Sportarten, können am heutigen Tage sehr froh sein, und dieses Gefühl haben wir beim BVB auf jeden Fall“, erklärte BVB-Chef Hans-Joachim Watzke in einer ersten Stellungnahme: „Ich möchte mich bei allen aus der Politik bedanken, die in den vergangenen Wochen an der heutigen Entscheidung mitgewirkt haben. Gleichzeitig fühle ich eine große Verpflichtung, dass wir als Klubs gemeinsam mit den beteiligten Fans mit dieser Probezeit in den kommenden Wochen äußerst verantwortungsvoll umgehen. Die nun genehmigte Teilwiederzulassung von Zuschauern ist jedenfalls ein ganz wichtiger Schritt für alle Fußballfans in Deutschland.“

Kritk aus Reihen der SPD

Thomas Kutschaty, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag, übte jedoch Kritik. „Mit dieser Entscheidung droht das Chaos, das angesichts der Ankündigungen in der vergangenen Woche zu befürchten war“, sagte er: „Die unterschiedlichen Bemessungsgrößen für Bundes- und Regionalligisten ziehen eine Ungleichbehandlung der Sportvereine in NRW nach sich, die in dieser Form kaum haltbar sein könnte. Das wird zu großem Unverständnis bei den Betroffenen führen. Die Landesregierung ist gut beraten, dieses Chaos von vornherein zu beenden und für eine einheitliche Lösung zu sorgen.“

Der Sport sei in den letzten Monaten „auf eine harte Probe gestellt“ worden, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann: „Allen ist bewusst, dass der Sport von seinen Zuschauern und der Stimmung in den Stadien lebt. Viele haben das schmerzlich vermisst. Genauso klar ist auch: Der Infektionsschutz und damit der Schutz von Gesundheit muss oberste Priorität haben. Daher tasten wir uns jetzt vorsichtig an eine Wiederzulassung einer begrenzten Zahl an Zuschauern heran. Allerdings nur, wenn das regionale Infektionsgeschehen beachtet und besondere Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen sichergestellt werden.“

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