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Symbolbild: Ein Feldhase

Menschen und Haustiere können sich anstecken

Kreis bestätigt zwei Fälle der seltenen Hasenpest

Waltrop - Kreis-Sprecher Jochem Manz hat am Montag eine Meldung bestätigt, dass in Waltrop zwei mit Tularämie infizierte Feldhasen gefunden wurden. Tularämie ist eine sehr seltene, hoch ansteckende Infektionskrankheit und umgangssprachlich als Hasenpest bekannt. Die Krankheit ist sowohl auf Menschen übertragbar als auch auf weitere Tierarten wie Hunde, Katzen oder Mäuse. Dennoch mahnt Jochem Manz zur Besonnenheit: Es gebe keinen Grund zur Panik.

Die zwei toten Feldhasen waren bereits kurz vor Weihnachten letzten Jahres von einem Jäger im Bereich des Herdicksbaches an der Ickerner Heide gefunden worden, schildert Manz. Weil die Tiere in einem Abstand von nur etwa 200 Metern voneinander entfernt lagen, sei der Jäger misstrauisch geworden. Zu Recht, wie sich am vergangenen Freitag herausstellte. Manz: „Das Chemische Veterinäruntersuchungsamt in Münster hat die toten Tiere untersucht und festgestellt, dass sie tatsächlich mit der sogenannten Hasenpest infiziert waren.“

Auch Haustiere sind gefährdet

NRW-weit waren im vergangenen Jahr 75 Fälle von Tularämie bei Tieren nachgewiesen worden, 2017 waren es 55. Im aktuellen Jahr gebe es laut Jochem Manz bisher vier solcher Meldungen in NRW. Gefährdete Tierarten, die sich infizieren, sind Nagetiere wie Feldhasen, Kaninchen und Mäuse.

Anstecken mit der Hasenpest können sich auch Haustiere wie Hunde oder Katzen. Jochem Manz gibt daher zu bedenken, dass man derzeit besonders vorsichtig sein solle, wenn die Katze mal wieder eine tote Maus mit nach Hause bringt. Er rät, das Tier nur mit Handschuhen anzufassen und es in einer verschlossenen Plastiktüte zu entsorgen. Hundebesitzer, die im Bereich des Fundortes der toten Feldhasen unterwegs seien, sollten ihre Tiere angeleint lassen. „Damit das Tier erst gar keine Möglichkeit hat, in Kontakt mit toten Hasen zu kommen“, begründet Manz. Tödlich endet für Hunde und Katzen ein Kontakt mit infizierten Tieren in der Regel nicht. „Haustiere entwickeln gute Antikörper“, sagt Manz.

52 erkrankte Menschen deutschlandweit

Auch Menschen können sich in seltenen Fällen anstecken. Bemerkbar macht sich das durch grippeähnliche Symptome bis hin zur Lungenentzündung. Manz rät, dass Menschen, die besonders gefährdet sind (z.B. Waldarbeiter, Jäger, Förster), dies mit im Blick haben und gegebenenfalls ihrem Arzt mitteilen. Aber: „Die Erkrankung lässt sich mit den passenden Antibiotika gut behandeln.“ Deutschlandweit waren 2017 52 erkrankte Menschen registriert worden.

Tularämie gehört zu den meldepflichtigen Tierseuchen. Der Kreis Recklinghausen führt seit 1995 eine Tiersäuchen-Datenbank, um solche Fälle zentral dokumentieren zu können. Der letzte und einzige im Kreis Recklinghausen bekannte Fall von Hasenpest datiert laut Jochem Manz aus April 2010. Auch damals war Tularämie bei einem toten Feldhasen nachgewiesen worden, auch damals lag der Fundort in Waltrop. Bürger, die tote Hasen finden, mögen nicht selbst tätig werden, sondern dem Veterinäramt des Kreises den Fundort melden (Tel.: 02361/532125).

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