Menschenhandel

Ermittler verhaften Mitglieder einer rumänischen Betrügerbande

DORTMUND/SCHWERTE/LÜNEN - Die Polizei hat in Dortmund, Lünen und Schwerte sowie in Rumänien mehrere mutmaßliche Menschenhändler verhaftet. Sie sollen mit Sozialleistungsbetrug Millionen erwirtschaftet haben.

Die Ermittlerkommission hat am Dienstag zur gleichen Zeit in Dortmund, Schwerte und Lünen 16 Wohnungen und in Rumänien elf Wohnungen untersucht. Vier Haftbefehle gegen eine Frau (28) sowie gegen drei Männer (31, 39 und 41) habe die Polizei laut einer Pressemitteilung vollstreckt.

Es wurden Vermögenarreste über 700.000 Euro sichergestellt - das heißt, die Polizei hat Vermögen der Verdächtigen vorläufig beschlagnahmt, damit der Staat im Falle einer Verurteilung darauf Zugriff hat. Außerdem wurden in Dortmund und Rumänien Fahrzeuge und Bargeld gepfändet.

Laut Henner Kruse, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, soll die Betrügerbande rumänische Staatsangehörige aus der Region Brasov nach Dortmund gebracht und dann erpresst haben. Laut einer Pressemitteilung von Eurojust, der Justizbehörde der Europäischen Union (EU), sollen so in den Jahren 2013 bis 2017 50 Familien nach Dortmund gebracht worden sein. Die Betrüger hätten die Familien mit gefälschten Arbeitsverträgen gelockt.

Mehrere Millionen Euro erwirtschaftet

Laut Kruse haben die Betrüger in Dortmund für die Familien Schrottwohnungen angemietet, Sozialleistungen beantragt und Bankkonten eingerichtet. Anschließend hätten die Betrüger Vollmachten über die Konten erwirkt - und seien so schließlich an das Geld gelangt.

Die rumänischen Familien erhielten nur einen Bruchteil des Geldes - und sollen unter Druck gesetzt worden sein, wenn sie sich dagegen gewehrt haben. Laut Kruse sollen die Bande so mehrere Millionen Euro erwirtschaftet haben.

Bei den Ermittlungen haben deutsche und rumänische Ermittler länderübergreifend zusammengearbeitet. Es wurden Bankdaten und Telefonnummern der Verdächtigen analysert.

Schon in der Vergangenheit gab es Razzien in Dortmund und anderen Ruhrgebietsstätdten wegen Sozialleistungsmissbrauchs.

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