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Iskender Gider ist nach dem Messerangriff wieder auf den Beinen.

Messerattacke

Straßenmusiker muss in die Psychiatrie

RECKLINGHAUSEN - Der Messerangriff auf den Recklinghäuser Künstler Iskender Gider schockierte im April die Stadt. Gestern wurde der Täter auf unbestimmte Zeit in die Psychiatrie eingewiesen. Der 40-jährige Straßenmusiker aus Haltern gilt als psychisch so schwer krank, dass er zur Tatzeit absolut schuldunfähig war.

Der Täter habe sein Verhalten nicht mehr steuern können und sei fest in seiner Welt aus Wahnvorstellungen gefangen gewesen, sagte ein Gutachter im Prozess.

Der Beschuldigte bildete sich seinerzeit ein, Iskender Gider sei der Kopf einer Verbrecherbande, die es sich zum Ziel gesetzt habe, ihn und seine Familie zu töten. Dem wollte der 40-Jährige offenbar zuvorkommen, als er sich am 22. April unaufgefordert an den Tisch von Iskender Gider im Café „S. Presso“ setzte. Der Künstler wollte den Musiker loswerden und wandte sich demonstrativ ab. Da zückte der 40-Jährige ein Messer und stach dreimal zu. Die Wunden im Nackenbereich waren zwar nicht besonders tief. Ein Rechtsmediziner sagte jedoch aus, das Opfer habe großes Glück gehabt, dass es den Angriff überlebt habe. Bei der Polizei fragte der Täter später mehrmals nach, ob „der andere denn jetzt endlich tot“ sei.

Wegen der erwiesenen Schuldunfähigkeit ging es in dem Prozess nur noch um die Frage, ob der Musiker auf unbestimmte Zeit in eine geschlossene psychiatrische Klinik eingewiesen werden muss, oder ob mildere Maßnahmen ausreichend sein könnten. Letzteres verneinte der psychiatrische Gutachter jedoch vehement. Der 40-jährige fünffache Familienvater sei ohne Therapie und ohne Medikamente hoch gefährlich. Außerhalb der Mauern einer geschlossenen Einrichtung sei es nur eine Frage der Zeit, bis er wieder schwere Straftaten begehen würde.

Der Halterner wollte sich damit nicht abfinden und bat immer wieder darum, die Unterbringung doch zur Bewährung auszusetzen. „Ich nehme auch meine Medikamente, das verspreche ich“, sagte er den Richtern. Wie wenig die bisherige Behandlung jedoch erst angeschlagen hat, wurde in seinem letzten Wort vor der Urteilsberatung deutlich. „Ich möchte mein Bedauern ausdrücken“, sagte der Mann zwar, fügte dann aber hinzu: „Dass ich von Gider bedroht worden bin, entspricht einfach der Wahrheit. Ich bin eigentlich ein ganz ruhiger Mensch, der nie mit Waffen herumläuft. Ich habe das alles nur aus Angst gemacht, weil er mir gedroht hatte.“

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