Millionenschaden im Mai 2017

Entgleister ICE: Mängel an Weiche hätten auffallen müssen

Dortmund - Gut eineinhalb Jahre nach der Entgleisung eines ICE am Dortmunder Hauptbahnhof sehen Experten Mängel an einer Weiche als Ursache. Es sei zum "unbeabsichtigten Anheben eines Rades des vorletzten Wagens" gekommen, ausgelöst durch einen "impulsartigen Stoß" und "Veränderungen an der Kontaktfläche zwischen Rad und Weichenzunge", stellt ein Bericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung fest.

Der beanstandete Zustand der Weiche hätte bei einer vorschriftsmäßigen Inspektion durch fachkundiges Personal eigentlich auffallen müssen, bilanziert die Untersuchung. Bei dem Unfall im Mai 2017 waren zwei Menschen leicht verletzt worden, es entstand ein Millionenschaden, auch Weichen wurden zerstört. Der ICE war bei der Einfahrt mit den beiden letzten Wagen entgleist.

Am Unfallort habe sich eine doppelte Kreuzungsweiche - im Bericht DKW 36 genannt - an einer Stelle nicht in der für eine ICE-Fahrt eingestellten Lage befunden. Die "gestörte Gleislage" und eine punktuelle Verformung eines Weichen-Teils - einer sogenannten Weichenzunge - hätten den ICE entgleisen lassen.

Die Bundespolizei hatte routinemäßig ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet. Der Dortmunder Hauptbahnhof ist einer der größten in NRW und Drehscheibe für Verbindungen zwischen dem Ruhrgebiet und Berlin sowie in Richtung Hamburg. Der Bahnverkehr war nach dem Unfall drei Wochen lang gestört.

Bericht

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