Missbrauch

Spätestens im August wird Anklage erhoben

DATTELN - Im Missbrauchsfall von Datteln war die Ex-Frau des mutmaßlichen Täters nicht verpflichtet, Anzeige zu erstatten.

Der Fall des 54-jährigen Dattelners, dem 15-facher Missbrauch vorgeworfen wird, bewegt seit der Festnahme im Februar die Gemüter. Schnell erhärteten sich die Hinweise, dass es sich bei dem Mann um einen Mehrfach-Täter handeln könnte.

Fraglich ist die Rolle der Ex-Frau in diesem Fall. Immerhin will sie das Jugendamt der Stadt Datteln bereits im Jahr 2014 über kinderpornografische Inhalte auf dem PC des Beschuldigten informiert haben. Dies sagte sie bei einer Vernehmung durch die Polizei aus. Eine Anzeige hatte sie aber nachweislich nie gestellt. Das wirft für viele die Frage auf, warum sie das nicht getan hat und so vielleicht Schlimmeres hätte verhindern können. Aber: Sie war nicht verpflichtet, trotz ihrer Kenntnisse Anzeige gegen ihn zu erstatten. „Auch wenn die Zeugin zwischenzeitlich von ihrem Mann geschieden wurde, steht ihr nach wie vor das Zeugnisverweigerungsrecht zu“, teilt Oberstaatsanwalt Paul Jansen mit. Auch das Jugendamt kann keinerlei Aufzeichnungen ausfindig machen, welche die Aussage der Frau stützen. Und selbst wenn es einen solchen Hinweis gegeben hätte: Das Jugendamt wäre nicht verpflichtet gewesen, dies der Polizei zu melden. „Wir können dem Melder in so einem Fall nur empfehlen, Anzeige bei der Polizei zu erstatten“, sagt Jugendamtsleiter Peter Wenzel. Eine generelle Anzeigepflicht bei sexuellem Missbrauch bestehe in Deutschland nicht, so Wenzel. Spätestens im August soll Anklage gegen den Tatverdächtigen erhoben werden.

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