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Post-Its mit Einmaleins-Rechnungen und Distanz-Kopfrechnen mit Oma helfen beim Math-Unterricht zuhause...

Blog von Mareike Graepel

Mitten im Corona-Chaos: Das tägliche Tagebuch zum Ausnahme-Zustand – Teil 15

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Das Coronavirus stellt das Leben auf den Kopf. Unsere Familien-Kolumnistin Mareike Graepel schreibt seit einigen Tagen ein Tagebuch – mit Tipps und Anregungen für Eltern und für Home Office-Neulinge.

Mir fliegen hier gerade die Sockenknäuel um die Ohren, eins landet mitten auf der Tastatur, ich erschrecke mich und motze, bin sehr sauer und sehr bescheuert. Es war doch bloß ein bisschen mit Minnie-Maus-bedruckte Baumwolle. Ganz leicht und sicher keine Gefahr für meinen Rechner. Mein Handy spielt derweil unbeeindruckt den Kinderturnen-Livestream weiter ab. Es ist völlig ungerechtfertigt, wütend „Ey, ich muss mit diesem Teil Geld verdienen, Mädels!“ zu rufen und böse um mich zu schauen, als müsste ich in einem Hollywoodstreifen diverse Monster, korrupte Präsidenten und abgebrühte Mafia-Bosse gleichzeitig mit Blicken töten.

„Mama hat Telefonkonferenz!"

Ich weiß das, und doch kann ich mich nicht bremsen, rechtzeitig. Ich sollte echt für ein paar Stunden am Tag auch so einen Zettel an die Tür machen, wie ihn eine Mutter auf Twitter und Facebook geteilt hat: „Mama hat Telefonkonferenz! 9 – 11 Uhr! Nicht reinkommen! Die Antwort auf deine Frage könnte sein: In der Wäsche. Ich weiß noch nicht, was wir essen werden. NEIN. Nimm dir ein Obst. Such in deinem Zimmer. Ignoriere ihn/sie und geh in dein Zimmer.“

Ein Multiple-Choice-Türquiz

So ein Multiple-Choice-Türquiz geht doch bestimmt auch mit „Mama muss einen Bericht/eine Reportage schreiben“ anstelle „Telefonkonferenz“, oder? Erweiterungsvorschlag für Mütter von Kindern, die noch nicht lesen können: Ein Diktiergerät, einen alten Kassettenrekorder oder ähnliches nehmen und genau diese Sätze drauf sprechen und dem Kind zeigen, wie es das selbstständig abspielt.

Plötzliche Störungen und herabfallende Sachen

In der dritten Woche des Arbeitens zu Hause MIT Grundschulkind direkt neben mir sind Sachen, die besonders viel Konzentration erfordern, besonders schwierig geworden. Erstaunliche Müdigkeit (von was genau? Ich mache ja außer arbeiten und zu Hause sein faktisch nichts…?) und das Zwingen des Hirns in die ganz tiefen Tiefen der Konzentration sorgen bei plötzlichen Störungen und herabfallenden Sachen für ein so abruptes Herausreißen aus dem Text oder der Übersetzung, als hätte mir jemand einen Eimer eiskaltes Wasser über den Kopf und in die Tastatur geschüttet (ich denke kurz wehmütig daran, dass ich morgens warm geduscht habe und die Socken wirklich halb so wild waren, und beruhige mich wieder). Ich werde mich entschuldigen müssen bei den Turnerinnen in meinem Arbeitszimmer, wenn sie fertig sind mit ihrer Sportstunde.

Die Lehrer*innen schicken viele und tolle Aufgaben

Danach geht es nämlich weiter mit Mathe, bei beiden, und da sollten wir alle glücklich und motiviert sein und nicht aufeinander knatschig. Die Lehrer*innen sind nach wie vor sehr aufmerksam und schicken viele und tolle Aufgaben, inklusive Videos und kleiner Rätsel. Der Haken für (nicht nur berufstätige) Mütter und Väter: Die Kommunikation und Aufgabenstellung erfolgt auf diversen Kanälen und Plattformen und ich habe Mühe, mich bei zwei Kindern zwischen den verschiedenen Nachrichten und meinen eigenen Aufgaben, die ja auch auf Mailprogramme, Dropboxen, Skype und Zoom verteilt sind (plus – ungelogen! – eine Million Notizblöcke, Sprachmemos und Word-Dateien), zurecht zu finden, rechtzeitig Lösungen zurück zu schicken und zu verfolgen, ob alles zur rechten Zeit und schön ordentlich gemacht wird. Wie machen das die Leute, die mehr als zwei Kinder haben? (Wie, Sie haben sogar mehr als zwei? Mein Herz und meine Bewunderung fliegt Ihnen zu!)

Oma rechnet gerne und hat auch Sehnsucht nach den Enkelinnen!

Für zwischendurch und zur digitalen Motivation nutzen Alva und Orla beide die Anton-App. Die ist cool (wie übrigens alles, was Anton heißt in meinem Leben: Mein erster Teddybär, einer meiner besten Freunde in Irland, der nun auch noch mein Schwager ist, weil er die Schwester meines Mannes geheiratet hat, und der strubbelige und lustige Hund meiner Freundin Anna…). Und wenn die Übungen im Einmaleins auf dem Handy nicht mehr ausreichen zum Üben und Mama hat keine Gehirnzellen mehr frei zum Sieben-mal-Sechs-Rechnen (42! Die Antwort ist 42!), gibt es noch eine fantastische Lösung: Oma anrufen! Die rechnet gerne und hat auch Sehnsucht nach Gesprächen mit den Enkelinnen! Orla hüpft durchs Haus, zeigt auf dem kleinen Handyscreen, wo sie überall Post-Its mit Rechnungen der Sechsen-Reihe hingepinnt hat und macht mit Oma Distanz-Kopfrechnen. Da ist Oma noch besser drin als die App – und sie schickt Schokolade als Belohnung per Post oder Boten anstatt „nur“ ein paar Belohnungssternchen.

Tipps:

  • Frühlingsrätsel und Naturtipps: Der Naturschutzbund (NABU) hat einVogelstimmenrätselvideo zusammengestellt, bei dem man auch noch etwas über die Tiere, deren Stimmen man erraten soll, lernt. 
  • Wer mehr auf Wölfe oder Insekten steht, wird auf der Nabu-Homepage auch fündig. Reingucken lohnt sich!
  • Homeoffice und Alltagsaufgaben: Wie sollen Schulsachen, Jobdinge und der Haushalt unter einen Hut bekommen werden? Das geht nur mit einem Plan und Aufgabenverteilung: Wer geht wann mit dem Hund, wer räumt die Spülmaschine aus? Wer holt Brötchen? Wer guckt die Hausaufgaben nach?
  •  Apps wie "Famanice - Familienkalender" sind mehr als nur eine Kalender-App. Das Gratis-Tool für iOS und Android bietet laut CHIP-Magazin zahlreiche Features, die Familien im Alltag lieben werden: Damit die Daten synchronisiert werden, installiert jedes Familienmitglied die App auf dem Smartphone, Tablet oder PC und meldet sich kostenlos an. Anschließend erhält jeder eine Benachrichtigung, sobald ein Mitglied eine Änderung vornimmt. Besonders nett: Dank einer privaten Chat-Funktion lässt sich "Famanice" sogar als WhatsApp-Alternative nutzen.

Hier geht es zum vorherigen Teil des Tagebuchs:

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