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Hier entsteht ein Kunstprojekt: Wir nennen es die Coole-Corona-Kunst.

Familien-Blog von Mareike Graepel

Mitten im Corona-Chaos: Das Tagebuch zum Ausnahme-Zustand - Teil 2

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Das Coronavirus stellt das Leben auf den Kopf. Unsere Familien-Kolumnistin Mareike Graepel schreibt ab jetzt ein Tagebuch – mit Tipps und Anregungen für Eltern und für Home Office-Neulinge.

Heute ist ein neuer Tag – ja, und als ich heute Morgen aufgewacht bin, war ich kurz verwirrt, wie wenn man Liebeskummer hat oder sich schlimm mit jemandem gestritten hat oder jemand gestorben ist, den man sehr gern hatte. Ich war verwirrt, weil es schon langsam hell wurde und die Vögel sangen und ich die Kinder ganz normal wecken wollte. Bis mir die immer umfassendere Corona-Situation wieder einfiel, und: Keine Schulweg-Hektik, auch heute keine „Wo ist deine Brotdose?“-Diskussion. 

Homeschooling mit einer Sechsjährigen als Herausforderung

Dafür eine WhatsApp einer Freundin aus Hamburg, die mir einen Twitter-Screenshot von einem Vater geschickt hat: „Ich habe gerade die ersten 30 Minuten Homeschooling mit meinem Sechsjährigen hinter mir – ich schlage vor, dass alle Lehrer und Lehrerinnen ab sofort 1 Million pro Jahr verdienen sollten.“ Ich gebe zu, dass ich das auch schon gedacht habe – und ein kleines bisschen musste ich darüber schmunzeln, dass vermutlich gerade die Eltern, die immer alles besser wissen als die Lehrerinnen und Lehrer, jetzt ziemlich die Augen geöffnet werden, was dazu gehört, die Kinder und Jugendlichen zum Lernen zu bekommen. Wer noch nie zuvor Home-Office gemacht hat oder nur unter besten Bedingungen (sprich: ohne umkippenden Wasserfarb-Waschbecher neben dem Laptop oder in die Tel-Ko rein quatschendes Kind), wird sich noch wundern – aber je älter und selbstständiger der Nachwuchs, umso einfacher, klar. Da die Mädels und ich alle seit ein paar Tagen Erkältungssymptome haben, halten wir uns rigoros von allen Menschen fern, auch wenn wir nicht in einem Risikogebiet waren oder Kontakt zu bestätigten Fällen hatten – die Hausärztin hat keinen Anlass zur Untersuchung gesehen, aber Isolation vorgeschlagen. Vorsorglich. 

In den Pausen geht es in den Garten

In den „Pausen“ dürfen meine Kinder also nur in den Garten – Gottseidank ist das Wetter gut. Und mittags legen wir vorm Essen eine zusätzliche halbe Stunde Disco-Time ein und rocken zu lauten Lieblingshits durch die Küche. Der Hund denkt vermutlich, wir seien vollends verrückt geworden, aber tatsächlich hilft das bei akuten Lagerkoller-Attacken. 

Kleiner Tipp für alle Home-Office-Neulinge (und Nicht-Quarantäne-Menschen): Vor Beginn der Arbeit einmal um den Block spazieren gehen (solange wir das alle noch dürfen) und so tun, als würde man im Büro ankommen. Rituale einbauen wie im Büro auch – Kaffee machen, Obst essen, mit Kolleginnen und Kollegen chatten (nicht nur über Arbeit). Aber: Für Kinder und Erwachsene ganz wichtig – die Disziplin. Mag einem ja vielleicht auf den Geist gehen, aber ohne geht es nicht. Und versprochen: nachmittags/abends fühlen sich alle gut und sind froh. 

Kreative Einheiten bringen Abwechslung

Für die tägliche Dosis Kreativität haben wir hier eine Idee zum Nachahmen: Als „Kunst-Unterricht“ hat unserer Kleinen, die ja weniger Deutsch-Mathe-Englisch-Geschichte etc. machen muss als unsere Große, eine Freundin ein Projekt empfohlen – ein 3-D-Wandbild aus vielen, vielen Würfelbildern. Ich habe eine Vorlage gezeichnet und kopiert, damit Orla (und Alva, wenn sie Lust hat) die nächsten fünf Wochen jeden Tag ein bis drei Würfel gestalten kann. Daraus wird dann ein großes Wandbild: Wir nennen es dann Coole-Corona-Kunst…

Unsere Tipps für die Zeit zu Hause:

  • Tipp für alle Schulkinder: Die Stadt-Büchereien bieten eine Online-Ausleihe an, und das Angebot steht allen Bibliothekskunden mit einem gültigen Leseausweis der teilnehmenden Bibliotheken zur Verfügung. Abends gemeinsam zu lesen oder sich einander von den Büchern zu erzählen verbindet. Für Kinder, die nicht gerne Romane lesen, geht das auch mit Graphic Novels oder Comics.
  • TV-Tipp: Um den Kindern die ungewöhnlichen Umstände logisch zu erklären, empfehlen sich Sendungen wie „logo!“, die übersichtlich und sachlich alles erklären zu versuchen, so gut es geht. Ganz wichtig: Wenn die Schülerinnen und Schüler in den WhatsApp-Gruppen über Angst und Panik oder befürchtete Versorgungslücken schreiben – mit dem eigenen Kind über die realen Gefahren sprechen und vor allem auch darüber, was jede/r tun kann, um sich und andere zu schützen.
  • Social-Media-Tipp: Mit den Kindern Video-Konferenzen mit Freunden organisieren und die Kinder in Ruhe chatten lassen. Diese Zeit genauso zelebrieren wie ein richtiges Treffen, Popcorn servieren oder Muffins backen und Kakao dazu kochen…

Hier geht es zu den bisherigen Tagebucheinträgen: 

Teil eins

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