Mord-Prozess Dorstener Straße

Täter: "Habe mich nur gewehrt"

Bochum - Im Prozess um einen Mord an der Dorstener Straße hat der Angeklagte vor dem Bochumer Schwurgericht das letzte Wort gehabt. Der 22-Jährige beteuerte, er sei kein Mörder, habe sich nur gewehrt. Sein Opfer war an 15 Messerstichen gestorben.

Erst schnitt er einem Bekannten die Kehle durch, dann zerrte er die Leiche in die Badewanne: Im Prozess um die grausame Bluttat an der Dorstener Straße hat der Angeklagte gestern noch einmal beteuert, kein Mörder zu sein. „Ich möchte sagen, dass es mir über alles Leid tut und dass ich ihn nicht töten wollte. Ich habe mich nur gewehrt.“ Das waren die Sätze, die der 22-Jährige vor dem Schwurgericht gesagt hat. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft.

Das tödliche Drama passierte am 23. November 2010 in einer Wohnung in Hordel. Das Opfer, ein Bekannter des Angeklagten, hatte nicht den Hauch einer Chance. Rechtsmediziner zählten insgesamt 15 Stiche in Kopf, Nacken und Gesicht des Mannes.Neben der Halsschlagader war auch die so genannte Drosselblutader des 23-Jährigen durchtrennt worden. Hintergrund für die Bluttat war offenbar ein Streit um verschwundenes Rauschgift. Beide waren in Drogengeschäfte verstrickt.

Der Angeklagte hatte sich im Prozess von Anfang an auf Notwehr berufen. Es habe einen Kampf gegeben, das spätere Opfer sei angeblich zuerst mit einem Rambo-Messer auf ihn zugestürmt. Um sich zu verteidigen habe er dann zum Messer gegriffen. Die Last der Mord-Indizien gegen den 22-Jährigen wiegt allerdings schwer: Unter anderem hatte ein 17-jähriger Augenzeuge, der damals ebenfalls in der Wohnung war, den Angeklagten im Prozess schwer belastet. „Das hast du jetzt davon.“ So oder so ähnlich soll der Angeklagte das Opfer angeblich direkt nach den Stichen angebrüllt haben. Außerdem soll er schon Tage zuvor lauthals angekündigt haben, seinen „Geschäftspartner“ von der Bildfläche verschwinden zu lassen.

Nach der Messer-Tat hatte der 22-Jährige die blutüberströmte Leiche in die Badewanne gezerrt. Begründung: „Das Blut versaute sonst die ganze Wohnung.“ Das Urteil soll am 7. November gesprochen werden.

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