Mordfall Schalla

Mord an Dortmunder Schülerin nach 25 Jahren aufgeklärt

Dortmund - 1993 wurde die 16-jährige Nicole-Denise Schalla in Dortmund ermordet. Jetzt verhaftete die Polizei einen 52-jährigen Tatverdächtigen. Der Mann ist ein polizeibekannter Gewalttäter.

Knapp 25 Jahre nach dem Sexualmord an der 16-jährigen Nicole-Denise Schalla im Dortmunder Stadtteil Jungferntal hat die Polizei am Mittwoch einen 52-jährigen Mann festgenommen. Mittels neuartiger Untersuchungsmethoden sei eine Hautschuppe des Mannes auf einem Beweisträger gefunden worden. Diese Hautschuppe habe dem Mann zugeordnet werden konnte. Der Tatverdächtige wurde gestern dem Haftrichter vorgeführt, ihm wird Mord aus Heimtücke und zur Befriedigung seines Geschlechtstriebes vorgeworfen.

Der Mann bestreitet laut Staatsanwalt Henner Kruse die Tat. Er habe den Vorwürfen pauschal widersprochen, sich aber nicht im Einzelnen geäußert. Zum Zeitpunkt des Mordes soll der Mann im benachbarten Castrop-Rauxel gewohnt haben.

Der mutmaßliche Mörder ist polizeibekannt

Die DNA des Mannes ist bei der Polizei seit Anfang der 2000er-Jahre gespeichert, er ist ein polizeibekannter Gewalttäter, war aber bisher nie durch Sexualdelikte aufgefallen. Allerdings habe er um den Mordtag im Oktober 1993 herum mehrere Frauen gewalttätig attackiert, so der Staatsanwalt weiter. Während dieser Attacken sei der Mann aber immer gestört worden. 2003 wurde der Mann wegen eines weiteren Deliktes verurteilt, kam anschließend bis 2011 in Sicherungsverwahrung und stand dann noch eine Weile unter der Führungsaufsicht der Polizei.

Nicole-Denise Schalla starb am späten Abend des 14. Oktobers 1993. Die 16-Jährige, die damals die elfte Klasse eines Gymnasiums besuchte, war an diesem Abend mit dem Bus unterwegs, wenige Hundert Meter von ihrem Elternhaus stieg sie an einer Haltestelle aus und kam nur wenige Meter weit. Sie wurde erwürgt und ihre Kleidung hoch- bzw. heruntergeschoben. Am nächsten Morgen wurde Schalla tot aufgefunden.

Erschwerend für die Ermittler der Polizei war die Tatsache, dass es in der Tatnacht ausgiebig geregnet hatte und viele Spuren weggespült worden waren. Der Mordfall hatte damals in Dortmund große Betroffenheit ausgelöst. Doch trotz intensiver und jahrelanger Polizeiarbeit, rund 100 Speichelproben, diversen Zeugenbefragungen und mehreren Fernsehbeiträgen konnte der Fall nie geklärt werden.

Hier können Sie sich die Pressekonferenz von Donnerstag noch einmal anschauen: Unser Livestream war zwischenzeitlich unterbrochen. Hier ist der zweite Teil:

Aktezeichen XY hat 1994 über den Fall berichtet (ab Minute 38):

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