Motorräder

Hersteller brauchen für neue Modelle mehr Platz auf der Dortmunder Motorradmesse

95.000 Besucher im Visier, eine größere Modellpalette und viel Action: Die Dortmunder Motorradmesse lockt mit PS, Hubraum und Reisezielen. Ein bestimmter Hersteller ist nicht dabei.

Fünf Monate lang war Hans-Jürgen Weigt im Sommer 2018 zwischen Kanada und Feuerland unterwegs. Jetzt steuert der Veranstalter der Motorradmesse in Dortmund wieder durch das eigene Revier. Im Gepäck: neue Maschinen aus den Werken der großen Motorradhersteller, die auf der Messe in Dortmund die Saison eröffnen. Nicht dabei: Honda. Die Japaner verzichten 2019 auf einen Stand in Dortmund. Das Händlernetz ist inzwischen so stark ausgedünnt, dass niemand die Maschinen präsentieren kann. Aus zwei Gründen. Die Messe beginnt am 28. Februar und endet am 3. März. Nach der "Eicma" in Mailand ist die Dortmunder Motorradmesse mit ihren 430 Ausstellern auf 36.000 Quadratmetern die bedeutendste in Europa.

Junge Motorräder und neue Maschinen

Während Honda spart, erweitern andere Hersteller ihre Standflächen. Aus zwei Gründen. Erstens: Nach einem großen Modell-Austausch im Jahr 2017 wegen veränderter Abgasnormen sind die Maschinen mit moderner Motorentechnik noch so jung und attraktiv, dass sie weiter für die Verbraucher interessant sind. Zweitens: Die Hersteller investieren in den Fuhrpark und stellen Innovationen vor. "Da sind kernige Modelle bei", sagt Till Felix von Deutschlands auflagenstärkster Motorrad-Zeitschrift "Motorrad News", die vom Syburger Verlag in Unna herausgegeben wird.

Hans-Jürgen Weigts 35. Motorradmesse fällt in eine Zeit, in der die Motorradbranche mit viel Rückenwind durchs Land saust: 2018 konnten die Händler 11 Prozent mehr Motorräder und -roller verkaufen als im Jahr 2017, das auch schon sehr erfolgreich war. 11 Prozent entsprechen 155.481 Neuzulassungen unter den rund 4 Millionen motorisierten Zweirädern in Deutschland (Pkw: ca. 40 Millionen). In den vergangenen Jahren konnte sich die Branche auf gut verdienende 40- bis 60-jährige Kunden verlassen. Dass die Zahlen weiter steigen, führt Hans-Jürgen Weigt auf die Nachfrage durch eine deutlich jüngere Kundschaft zurück, die erst mit den 125-Kubik-Modellen eingestiegen ist und jetzt auf größere Maschinen umsattelt. Allein die starke Nachfrage bei den 125er-Maschinen hat den Herstellern ein Plus von 19 Prozent beschert.

Bei den großen Maschinen haben weiter die Reiseenduros die Nase vorn. BMW, Yamaha, Triumph, Suzuki, KTM und andere Hersteller bieten Komfort und Agilität auch auf losem Untergrund seit Jahren schon an. Die Modelle sind über die Jahre elektronisch aufgerüstet und bei den Fahreigenschaften optimiert worden. Die Kundschaft steigt dankbar auf. Der Markt wachse auch in diesem Bereich "kräftig", sagt Hans-Jürgen Weigt.

Für den flotten Sonntagsausflug

Zu sehen sind auf der Messe seit jeher nicht nur die neuesten Modelle wie die Triumph "Speed Twin", die Till Ferges derzeit als "Retro-Roadster für den flotten Sonntagsausflug" testet. Die Messe bietet auch viel Ausstattung und Zubehör. In der Halle 6 vermessen allein 4 Anbieter von maßgeschneiderten Motorrad-Lederkombis die Besucher, damit der Schutzanzug mit oder ohne Bauch perfekt sitzt. Stärker denn je ist auch das Angebot von Rennserien-Veranstaltern. Sie informieren die Messebesucher darüber, wann und wo sie selbst an Rennen teilnehmen können.

Motorrad-Freestyler und ein Mountainbike

Die Halle 3 ist wieder die große Bühne für Show und Action. Wieder im Einsatz: der belgische Freestyler Fred Crosset, der das Publikum immer wieder in der "Monster"-Arena fasziniert. Einer seiner sportlichen Begleiter ist nicht mit dem Motorrad, sondern auf einem Mountainbike im Parcours unterwegs. Hans-Jürgen Weigt: "Der Mountainbiker ist ein waghalsiger Franzose, der auf dem Fahrrad genau so hoch springt wie die Motorrad-Freestyler." Im Innenhof der Hallen steht auch wieder der "Globe of Speed". Darin unterwegs ist auch eine 23-jährige Kolumbianerin.

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