Nach Attentat

Terrorverdächtiger Chekatt bei Schusswechsel getötet

Straßburg - Zwei Tage lang suchen Polizisten den mutmaßlichen Attentäter Chérif Chekatt. Dann finden sie ihn in seiner Heimatstadt. Die Elsass-Metropole will nach dem Terror zurück zur Normalität - und lässt wieder Besucher auf den Weihnachtsmarkt.

Nach einer zweitägigen Großfahndung hat die Polizei den mutmaßlichen Straßburg-Attentäter Chérif Chekatt getötet. Er soll für den blutigen Terroranschlag in der elsässischen Metropole mit drei Toten verantwortlich sein. Staatspräsident Präsident Emmanuel Macron dankte den Sicherheitskräften in der Nacht zum Freitag via Twitter: "Unser Engagement gegen den Terrorismus ist uneingeschränkt", schrieb Macron.

Drei Polizisten machten am Donnerstagabend gegen 21.00 Uhr den mutmaßlichen Attentäter im Stadtteil Neudorf auf der Straße aus, wie der französische Innenminister Christophe Castaner berichtete. Als sie den Verdächtigen verhaften wollten, habe dieser das Feuer eröffnet. Die Polizei habe den Angriff erwidert und den Täter getötet.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich

Der Attentäter hatte am Dienstagabend mitten in der Weihnachtssaison das Feuer in der geschmückten Straßburger Innenstadt eröffnet. Er habe "Allahu Akbar" ("Gott ist groß" auf Arabisch) gerufen, berichtete Chefermittler Rémy Heitz unter Berufung auf Zeugen. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich. Der Angreifer sei ein Soldat des Islamischen Staates gewesen, meldete das IS-Sprachrohr Amak. In der Amak-Meldung heißt es, der Angreifer sei Aufrufen gefolgt, Bürger aus den Staaten der Koalition anzugreifen. Damit ist die internationale Anti-IS-Koalition gemeint, die in Syrien und im Irak im Einsatz ist. Die Echtheit der Nachricht ließ sich zunächst nicht überprüfen - sie wurde aber über die üblichen Kanäle des IS verbreitet.

Die Zahl der Todesopfer des Anschlags war zuletzt von zwei auf drei gestiegen. Ein viertes Opfer sei hirntot, bestätigte die Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur.

Frankreich wird seit Jahren vom islamistischen Terror getroffen

Innenminister Castaner blieb in Straßburg, da er am Vormittag (10.55 Uhr) bei der Wiedereröffnung des traditionellen Weihnachtsmarkts im Herzen Straßburgs dabei sein will. Der Markt, eine überregional bekannte Touristenattraktion, war nach dem Anschlag aus Sicherheitsgründen geschlossen worden.

Deutsche und französische Behörden hatten im großen Stil mit etlichen Beamten und einem Fahndungsaufruf nach dem polizeibekannten mutmaßlichen Attentäter gesucht. Die Bundespolizei fahndete im deutsch-französischen Grenzgebiet, auch Spezialkräfte waren im Einsatz. Die französische Polizei hatte ein Fahndungsfoto des radikalisierten Gefährders samt Täterbeschreibung veröffentlicht.

Der mehrfach vorbestrafte mutmaßliche Angreifer soll sich im Gefängnis radikalisiert haben. Der gebürtige Straßburger mit nordafrikanischen Wurzeln saß wegen schweren Diebstahls auch in Deutschland in Haft.

Frankreich wird seit Jahren vom islamistischen Terror getroffen. Fast 250 Menschen wurden dabei aus dem Leben gerissen.

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