Nach Blindgänger-Fund

Bombenentschärfung mitten in der Nacht sorgt für Kritik

Viele Evinger erlebten eine kurze Nacht: Erst um 1.30 Uhr am Mittwochmorgen war der Bombenblindgänger entschärft, der nachmittags in einem Garten entdeckt worden war. Das sorgt für Kritik.

Gegen 15 Uhr am Dienstagnachmittag war der Bombenblindgänger bei Bauarbeiten in einem Garten am Wesselingweg am Rande einer alten Bergmanns-Siedlung in Eving entdeckt worden. Es lief die übliche Maschinerie an: Der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Arnsberg bereitete die Entschärfung vor, die Stadt die Evakuierung.

Weil der Blindgänger 500 Kilogramm schwer war, wurde der Radius für das Evakuierungsgebiet auf 500 Meter um den Fundort der Bombe herum festgelegt. 3500 Menschen leben in dem Gebiet, das es nun zu räumen galt. Mithilfe der Johanniter wurde in der Osterfeld-Grundschule eine Betreuungsstelle eingerichtet. In Turnhallen konnten die betroffenen Anwohner hier auf die Entwarnung warten.

Die Evakuierung dauerte gut sechs Stunden

Mehr als 320 Menschen nutzten das Angebot. Und sie mussten lange ausharren. Gut sechs Stunden dauerte die Evakuierung. "Es waren besonders viele Menschen betroffen und es gab mit 39 Personen sehr viele Krankentransporte", begründete Stadtsprecher Maximilian Löchter auf Nachfrage die lange Evakuierungszeit.

Es gibt aber auch Kritik von Anwohnern, die sich nicht rechtzeitig informiert fühlten. "Warum gab es nicht schon am Nachmittag Durchsagen mit Lautsprecherwagen?", fragte ein Betroffener. Viele der meist älteren Anwohner hätten sich so besser vorbereiten können. Stattdessen seien viele erst am späten Abend aus dem Bett geklingelt worden.

Keine Lautsprecherwagen

Das Problem: "Das Ordnungsamt verfügt nicht über einen solchen Lautsprecherwagen", erklärt Maximilian Löchter. Deshalb habe man die eingespielten Informationswege genutzt. Das waren vor allem das Internet und Rundgänge von Haus zu Haus.

Viele Hausbesitzer machten sich auch Sorgen vor Einbrechern, die die Gelegenheit der leeren Straßen nutzen könnten. Die Polizei war allerdings gemeinsam mit dem Ordnungsamt verstärkt im Einsatz, erklärte Polizeisprecher Kim-Ben Freigang. Tatsächlich wurden im Sperrgebiet zwei Verdächtige aufgespürt, die augenscheinlich Häuser ausspähten. Einer wurde in Gewahrsam genommen, der andere erhielt einen Platzverweis.

Hoher Personaleinsatz

Die Polizei war nach Angaben der Stadt mit 8, das städtische Ordnungsamt mit 54, das Tiefbauamt mit sieben und die Feuerwehr mit 53 Mitarbeitern im Einsatz. Die Johanniter kümmerten sich mit 48 Ehrenamtlichen um die Anwohner.

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