Nach Massenschlägerei

Polizei kontrolliert in der Nordstadt jetzt ohne Verdacht Menschen

Nach der Massenschlägerei am Schleswiger Platz wird es verstärkt Polizeikontrollen in der Nordstadt geben. Dabei haben die Beamten neue, zeitlich begrenzte Sonderrechte.

Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange hat am Donnerstag eine sogenannte "strategische Fahndung" für die gesamte Nordstadt angeordnet. Damit hat die Polizei für mehrere Wochen das Recht, ohne konkreten Verdacht Menschen anzuhalten und zu kontrollieren - bei Bedarf auch ihre Autos. Außerdem werden in den nächsten Wochen verstärkt Polizisten auf den Straßen der Nordstadt unterwegs sein.

Damit reagiert die Polizei auf die Pfingstmontags-Massenschlägerei im Schleswiger Viertel. Dort hatten sich rund 80 Menschen einen Kampf geliefert, unter anderem mit Stuhlbeinen, Holzlatten und Molotowcocktails. "Wir lassen nicht zu, dass sich an dieser Stelle kriminelle Strukturen verfestigen", lässt sich Lange in einer Polizei-Pressemitteilung zitieren.

"Strategische Fahndung" darf maximal 28 Tage gelten

Die "strategische Fahndung" ist ein neues Instrument des NRW-Polizeigesetzes. Es verleiht der Polizei Sonderrechte bei Kontrollen. Anders als sonst benötigen die Beamte keinen konkreten Verdacht, um jemanden zu kontrollieren. Diese Sonderrechte dürfen nur bis zu 28 Tage gelten, mit einer möglichen Verlängerung um maximal weitere 28 Tage. In den vergangenen Monaten wurde sie bereits zweimal in Dortmund eingesetzt, einmal im Kampf gegen Wohnungseinbrecher in der Innenstadt und Lütgendortmund, einmal auf Autobahnrastplätzen.

Mit den Kontrollen will die Polizei den Druck auf potenzielle Kriminelle erhöhen. Schon am Dienstag haben laut Polizei mehrere Dutzend Beamte bei Schwerpunkteinsätzen in der Nordstadt viele Personen kontrolliert und einige von ihnen mit Platzverweisen belegt.

Kriminalität in der Nordstadt geht generell zurück

Trotz solch spektakulärer Vorfälle wie der Pfingstmontags-Massenschlägerei und einer ähnlichen Auseinandersetzung am gleichen Ort vor rund einem Jahr: Generell geht die Kriminalität in der Nordstadt zurück. Die Polizei schreibt in ihrer Pressemitteilung beispielsweise von einem Rückgang der Straßenkriminalität um 25 Prozent, wenn man die ersten vier Monate dieses Jahres mit jenen des Vorjahres vergleicht. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der Raubdelikte fast halbiert, die der Gewaltdelikte ist im gleichen Zeitraum um 20 Prozent zurückgegangen.

Die Polizei führt diesen Rückgang auch auf die Arbeit der Behörden zurück. So gebe es eine eigene Ermittlungskommission Nordstadt, ausschließlich für die Nordstadt zuständige Staatsanwälte und tägliche Schwerpunkt-Kontrollen.

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