Nach Messerstich

Staatsanwalt fordert drei Jahre Jugendhaft

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HERNE / BOCHUM - Erst flogen verbale Giftpfeile, dann stach einer den anderen nieder: Im Prozess um eine Bluttat in Herne hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag drei Jahre Jugendhaft wegen versuchten Totschlags beantragt. Der 20-jahrige Angeklagte hofft derweil auf ein mildes Urteil.

Der Angriff passierte am 23. April 2018 kurz nach dem Aussteigen aus einem Linienbus. Tater und Opfer kannten sich gar nicht, waren aber wahrend der Fahrt irgendwann aneinandergeraten. Kurz nachdem der Bus am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Wanne-Eickel angehalten hatte und das spatere Opfer gemeinsam mit zwei Begleitern ausgestiegen war, ging plotzlich alles ganz schnell: Angeblich erneut provoziert durch Spruche und Gesten rannte der 20-Jahrige plotzlich auf das spatere Opfer zu, zog ein Messer hervor und stieß es dem 27-Jahrigen in die Brust.

Das Messer war nach Angaben einer Arztin knapp drei Zentimeter tief in die Brust des 27-Jahrigen eingedrungen und hatte dabei auch den rechten Lungenflugel verletzt. Es kam kurzzeitig zu einem so genannten Pneumothorax, das heißt, dass durch den Stich Luft in die Brusthohle eingedrungen war. Ein Rechtsmediziner stufte die Verletzungen im Prozess unterm Strich als potenziell lebensgefahrlich ein. „Nochmal Gluck gehabt. So kann man es ganz kurz zusammenfassen“, hieß es.

Der Angeklagte war noch am Tatabend festgenommen worden. Im Prozess hat er die Messerattacke zugegeben, einen Totungsvorsatz jedoch bestritten. „Ich verspreche, dass ich sowas nicht mehr machen werde“, sagte der 20-Jahrige in seinem obligatorisch letzten Wort. Urteilstermin: 23. November.

Rubriklistenbild: © Thomas Nowaczyk

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