Nach Stopps auf Autobahnen

Ministerium liegt erstes Lagebild zu eskalierten Feiern vor

Düsseldorf - Nach zahlreichen Polizeieinsätzen wegen eskalierter Hochzeitsfeiern liegt dem nordrhein-westfälischen Innenministerium das erste Lagebild zu der Thematik vor. Das sagte ein Ministeriumssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Demnach werden in dem internen Papier mit dem Titel "Einsatzanlässe Hochzeiten" 122 Fälle seit dem 1. April aufgelistet und analysiert. Es solle nun geprüft werden, welche Schlüsse aus dem Lagebild zu ziehen seien.

Am 22. März hatte eine Hochzeitsgesellschaft für Aufsehen gesorgt, die bei Ratingen die A3 mit Autos blockierte, um nach Angaben der Polizei Fotos auf der Fahrbahn zu machen. Nachdem es weitere Polizeieinsätze wegen Hochzeits-Korsos gab, ließ sich das Innenministerium seit dem 1. April alle Vorkommnisse von den Polizeidienststellen melden. Einschließlich des vergangenen Wochenendes - an dem nur zwei Einsätze gemeldet wurden - rückte die Polizei in NRW laut dem Lagebild 122 Mal wegen eskalierter Hochzeitsfeierlichkeiten aus.

Laut Innenministerium wurden unter anderem die Einsatzanlässe aufgelistet. So seien in 34 Fällen Autokorsos gemeldet worden. Auch wurden bevorzugte Tage identifiziert (Ergebnis: Samstage und Sonntage), sowie die Örtlichkeiten "innerstädtisch" und "außerstädtisch" ausgewertet. Laut Ministeriums-Angaben soll das Lagebild fortgeführt werden.

Eskalierte Feiern vor allem türkischer Hochzeitsgesellschaften hatten in den vergangenen Wochen mehrfach für Aufsehen gesorgt. Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte Mitte April gesagt: "Autobahnen und Innenstädte sind keine privaten Festsäle." Er hatte ein konsequentes Vorgehen der Polizei angekündigt.

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