Nach Sturmftief Friederike: Wälder wieder frei

Die Aufräumarbeiten dauern noch lange an

Dortmund - Am 18. Januar fegte Sturmtief Friederike über Dortmund. Einen Monat dauerte es, bis alle Wälder wieder freigegeben werden konnten. Inzwischen gibt es einen Überblick über die Schäden, aber ein Ende der Aufräumarbeiten ist noch nicht in Sicht.

Man musste zuletzt viel Glück haben, um die Leiter des städtischen Forstbetriebs Sebastian Vetter und Erwin Fischer in ihrem Büro im Umweltamt zu erwischen. In den Tagen und Wochen nach Sturm Friederike war Vor-Ort-Einsatz gefragt. Inzwischen ist die Arbeit "wieder planmäßig geworden", wie Sebastian Vetter sagt. Seit dem vergangenen Sonntag ist das Betreten der Wälder in ganz Dortmund wieder offiziell erlaubt. Zuletzt waren Spaziergänge in den Wäldern südlich der B1 tabu.

Dort hat Friederike die größten Holzmassen umgerissen, wie Vetter feststellt. Vor allem Nadelholz wurde hier großflächig in Mitleidenschaft gezogen. In den Wäldern des Nordens wie im Grävingholz oder in der Süggel in Eving waren es oft große Laubbäume, die samt Wurzelwerk gefällt wurden - oft, weil im weichen Untergrund der Halt fehlte. Einzeln betroffen waren vor allem Buchen, Eichen, Roteichen und Eschen. In Gruppen waren es überwiegend Nadelbäume - Fichte, Kiefer, Douglasie, Lärche.

Waldwege sind geräumt

Die wichtigste Aufgabe für Förster und Waldarbeiter in den Tagen nach dem Sturm war, erst einmal die Wege freizuräumen und zu sichern. Alle Waldwege sind geräumt, berichtet Vetter. Zugleich galt es, sich einen Überblick über die Schäden zu verschaffen. Und die Bilanz fällt weniger schlimm aus, als anfangs befürchtet.

Im Vergleich zu Orkan Kyrill, der vor elf Jahren tobte, macht der aktuelle Schaden gerade einmal ein Zehntel aus, schätzt der Chef des Forstbetriebs. Und die Holzmenge, die durch Friederike gefällt wurde, ist deutlich geringer als der "geplante Jahreseinschlag" von rund 10.000 Kubikmetern Holz, der nach dem Forstbetriebsplan vorgesehen ist. Trotzdem hat die Forstverwaltung erst einmal die geplanten Fällmaßnahmen zurückgestellt. Vorrangig wird das Sturmholz aufgearbeitet - und über die bestehenden Verträge mit der Holzindustrie verkauft.

Holzfällmaschine im Einsatz

Das Räumen des Holzes beschert allerdings mehr Arbeit als bei planmäßigen Fällarbeiten, weil viele umgeworfene und abgebrochene Bäume sich kleinflächig verteilen. Neben zwei Forstspezialschleppern war dazu bis Freitag auch eine mit einem Kran ausgestattete Holzfällmaschine, ein sogenannter Harvester, im Einsatz. In den ersten Wochen nach dem Sturm wurde zusätzlich ein Bagger zum Räumen der Wege eingesetzt.

Der Einsatz von Maschinen ist besonders für die Sicherheit der Waldarbeiter beim Aufarbeiten von ineinander verkeilten und hängenden Bäumen und Baumteilen notwendig, erklären die Experten.

Davon gibt es auch jetzt noch reichlich außerhalb der Wege. Deswegen warnt die Forstverwaltung weiterhin dringend davor, die Wege zu verlassen. Abseits der Wege stehen weiterhin Bäume schräg und es befinden sich lose oder angebrochen Äste in den Baumkronen, heißt es. Besonders wenn der Wind weht, können diese Bäume umstürzen beziehungsweise herunterfallen.

Holz wird für die Industrie verwendetDas gesicherte Holz soll dagegen spätestens innerhalb eines Jahres abtransportiert werden. Bei Holzstößen, die vereinzelt jahrelang an den Wegesrändern in Wäldern liegen, handele es sich um Industrieholz. Das sei bereits vermarktet, aber von den Industriebetrieben noch nicht abgeholt worden. Auch dort wird jetzt sicherlich die Verarbeitung des Sturmholzes erst einmal vorgehen.

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