Nach Zwangsräumung

82 freie Wohnungen für Hannibal-Bewohner

DORTMUND - Auf die dringende Bitte der Stadt, Wohnungen für die Bewohner des zwangsgeräumten Hannibals in Dorstfeld anzubieten, haben binnen einer Woche zahlreiche private Vermieter reagiert. Das Angebot reicht aber noch lange nicht. Und es gibt noch ein weiteres Problem.

Mehr Studenten, Flüchtlinge und viele Zugezogene: Der Wohnungsmarkt in Dortmund war auch schon angespannt, ehe wegen Brandschutzmängeln 752 Mieter aus 412 Wohnungen des Hannibals in Dorstfeld ausziehen mussten. Dessen Räumung am 21. September aber hat die Situation drastisch verschärft, weshalb die Stadt vor anderthalb Wochen Eigentümer dringend bat, günstige Wohnungen anzubieten.

In der Folge meldeten bis zum Wochenende 34 private Vermieter 82 freie Wohnungen. "Damit sind wir durchaus zufrieden, das hilft", sagte am Freitag Anja Laubrock, stellvertretende Leiterin des Amtes für Wohnen und Stadterneuerung. Zumal Ende der Woche endlich auch einige größere Wohnungen dabei gewesen seien. "Das ist wichtig", betonte Laubrock: "Es gibt einen großen Engpass an Wohnungen für vier bis fünf Personen und noch größere Haushalte". Auch an freien Single-Wohnungen fehle es.

Freie Wohnungen in Dorstfeld, der gewohnten Umgebung der Hannibal-Mieter, wurden praktisch gar nicht gemeldet. Und, überhaupt: 82 Wohnungen sind zwar schon etwas - aber bei Weitem noch nicht genug. 408 der 752 Menschen, die aus dem Hannibal ausziehen mussten, sind weiterhin vorübergehend in städtischen Wohnungen (244) oder in drei teils auch als Flüchtlingsunterkünfte genutzten Quartieren (164) untergebracht.

28 Haushalte wurden über die Stadt bereits in neue Wohnungen vermittelt. Was mit den rund 300 anderen Mietern ist, entziehe sich der Kenntnis der Stadt, sagt Anja Laubrock: Nicht jeder Hannibal-Mieter sucht über die Stadt eine neue Wohnung.

Vermieter können Wohnungen beim Wohnungsamt anbieten

Melden können sich Eigentümer weiterhin beim städtischen Wohnungsamt unter Tel. 50-26933/23933, um Wohnungen anzubieten. Das tat vor einer Woche auch ein 60-jähriger Dortmunder, um die frei werdende Vonovia-Mietwohnung seines Sohnes anzubieten. Ein großes Interesse habe er am anderen Ende der Leitung nicht wahrgenommen, sagt der 60-Jährige. Und gemeldet habe sich seitdem auch niemand. "Erst heißt es, es eilt, und dann passiert nichts - typisch Stadt wieder", sagt der Dortmunder.

"Wenn eine Wohnung gemeldet wird, gleichen wir die sofort mit den Wohnungssuchenden ab", sagt hingegen Anja Laubrock. Wenn eine Wohnung zum Profil von Wohnungssuchenden passe, würden diese direkt informiert und erhielten den Kontakt des Vermieters.

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