Nachbar erstochen

Staatsanwalt beantragt Höchststrafe für 40-jährigen Angeklagten

Im Juni 2018 hat er seinen Nachbarn erstochen. "Aus Notwehr", sagt ein 40-jähriger Dortmunder. Doch Staatsanwalt Henner Kruse sieht das anders: Er fordert für die Tat die Höchststrafe.

Unterschiedlicher könnten die Bewertungen einer Bluttat kaum ausfallen. Der Angeklagte vor dem Dortmunder Landgericht beteuert, er sei im Juni 2018 von seinem Nachbarn zuerst mit einer Flinte und einem Messer bedroht worden. In dem darauf folgenden Gerangel habe er das Messer in die Hand bekommen und zugestochen.

"Abenteuerlich und falsch"

Staatsanwalt Henner Kruse glaubt von dieser Geschichte jedoch kein Wort. "Diese Einlassung ist abenteuerlich und sie ist falsch", sagte der Anklagevertreter am Donnerstag. Alle Zeugen hätten den Nachbarn, einen Rentner aus dem Stadtteil Bövinghausen, als liebevoll, friedlich und zurückhaltend geschildert. Es sei völlig ausgeschlossen, dass dieser Mensch grundlos so ausgerastet sei.

Kruse ist vielmehr davon überzeugt, dass der Angeklagte den Rentner erstach, um an dessen Auto zu gelangen. Nachdem er am Tag zuvor von seiner Freundin verlassen worden war, habe er es sich in den Kopf gesetzt, die Frau noch einmal aufzusuchen. "Dafür brauchte er ein Auto", sagte Kruse in seinem Plädoyer. "Und der einzige Autobesitzer, den er kannte, war der später Verstorbene."

Staatsanwalt hält die Tat für Mord aus Habgier

Für den Staatsanwalt war die Bluttat daher ein Mord aus Habgier und zur Ermöglichung einer anderen Straftat. Dafür beantragte er lebenslange Haft. Und weil der 40-Jährige drei Monate vor der Bluttat auch noch seine damalige Freundin brutal mit einem Stuhlbein aus Metall verprügelt hatte, solle die Kammer auch die besondere Schwere der Schuld feststellen. Damit wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen.

Sicherungsverwahrung

Und als wäre dies noch nicht genug, beantragte Staatsanwalt Kruse auch noch die anschließende Unterbringung des Angeklagten in der Sicherungsverwahrung. Angesichts zahlreicher Vorstrafen auf dem Gewaltsektor lägen die Voraussetzungen dafür eindeutig vor.

Ob die Richter diesem Höchststrafe-Antrag folgen, wird sich am 27. Februar zeigen. Dann soll das Urteil verkündet werden.

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