Nacht der Industriekultur

Knast, Kultur und menschliche Kicker-Figuren - die Höhepunkte der "Extraschicht" in Dortmund

Eine Nacht, acht Spielorte: Dortmund stellt die meisten Veranstaltungen bei der "Extraschicht". Es gibt eiskalte Kunst, viele Angebote zum Mitmachen und eine Party vor starker Kulisse.

Dortmund ist sozusagen die Hauptstadt der diesjährigen Extraschicht: Sie stellt am 29. Juni (Samstag) mit acht Spielorten die meisten aller Städte (insgesamt sind es 50). 2018 nahmen über 40.000 Besucher an der Extraschicht in Dortmund teil; diesmal fehlen neben dem Besuchermagnet Kokerei Hansa (15.000 Besucher) die Dasa und das Yunkyard. Bei der Kokerei herrscht Baustelle, die Dasa setzt ein Jahr aus, das Yunkyard hat aus terminlichen Gründen abgesagt. Neu dabei ist das Nahverkehrsmuseum am Mooskamp. An allen Spielorten warten auf Besucher Führungen, Kultur, Shows und die spezielle Atmosphäre der Nacht der Industriekultur. Gäste sollten "ihre" Extraschicht gut planen, auf keinen Fall zu viele Spielorte anpeilen. Drei Orte zu besuchen, sei realistisch, sagen die Veranstalter.

Hier geht es zum ganzen Programm.

Dortmunds acht Orte der Extraschicht 2019

Nahverkehrsmuseum am Mooskamp: "Wir werden mit der Tram zur Schicht fahren", sagt Museums-Geschäftsführer Jens Petersmann. Besucher können an der Franziusstraße in Huckarde umsteigen von der historischen Shuttlebus-Linie der DSW21 in Straßenbahnen der 1920er- und 1950er-Jahre. Die rollen zum Bahn-Betriebshof in Nette, wo man einen Einblick in 139 Jahre Dortmunder Nahverkehrsgeschichte erhält. Es gibt Live-Musik und Illusionskunst, ein Künstler zündet Feuertonnen aus alten Gasflaschen effektvoll an.

Auf Zeche Zollern triff Knast auf Kultur: 15 Musiker geben mehrfach eine große Blues-Brothers-Show mit den Hits von Aretha Franklin, James Brown und anderen. Der Kultfilm beginnt bekanntlich im Gefängnis, passend dazu macht bei der Extraschicht die JVA Meisenhof auf Zollern Station: Besucher können etwa erleben, wie es sich anfühlt, im Knast zu sitzen. Bei gutem Wetter gibt es eine Aftershow-Party im Freien - mit Blick auf den erleuchteten Förderturm.

Im Dortmunder U, dessen Vorplatz wichtig für die Skateszene ist, läuft unter anderem die Ausstellung Art of Skate. Gemeinsam mit einer Tänzerin entstehen Skater Choreos - und in der Virtual Reality (VR) können Besucher selbst durch Dortmund Straßen skaten.

Auch im Fußballmuseum können Besucher sich eine VR-Brille aufsetzen und in die Rolle der Figuren eines Tischkickers schlüpfen. Alle 20 Minuten beginnen 45-minütige Führungen. Zu Beginn muss man mit einer Stunde Wartezeit rechnen, nach 21.30 Uhr wird es erfahrungsgemäß leerer. Tipp: Mit dem Extraschicht-Ticket haben Besucher bis 31. August ermäßigten Eintritt (10 Euro) ins Museum.

Im Künstlerhaus zeigt die Ausstellung DOCKS von vier jungen Fotografen dokumentarische Arbeiten zu Tradition und Armut in Dortmund, Waldbränden in Portugal und einer Umweltkatastrophe im Iran. Normalerweise verschlossene Gebäudeteile sind geöffnet, eine Band spielt Country, Balladen und Rockabilly.

Pünktlich zur Extraschicht startet im Depot die Ausstellung "Rückblende 2018 - Der Deutsche Preis für politische Fotografie und Karikatur", in der 50 nominierte und preisgekrönte Arbeiten präsentiert werden. Alle Künstler im Depot öffnen ihre Ateliers, in Workshops können Besucher selbst kreativ werden und unter anderem Wunschkarten gestalten.

Im Brauerei-Museum gibt's - Bier. Als Getränk im Innenhof der Brauerei sowie zum Selbstetikettieren und -abfüllen. Neben der Dauerausstellung läuft die Schau "Kirmes, Karneval, Schützenfeste", Quichotte kombiniert Hip-Hop mit Comedy.

Das Hoesch-Museum beleuchtet 160 Jahre Stahlgeschichte und die Bedeutung des Stahls insbesondere für Dortmund. Besucher können sich in einem 3D-Stahlwerk wie Stahlarbeiter fühlen oder nebenan Schiffe der Schiffsmodellbauer vom Phoenix-See steuern. Und ein Schnitzer fertigt aus riesigen Eisblöcken Skulpturen, "das sollte auch bei bestem Wetter funktionieren", sagt Museumsleiterin Isolde Parussel.

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