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Florian Weber, Wolf Erik Schwarz und Vincent Krauss (v.l.) erforschen Schwarze Löcher im Weltall.

Nachwuchswettbewerb

Der Nachwuchs brennt für die Umwelt

Kreis RE - Der Wettbewerb „Jugend forscht“ findet immer mehr Zuspruch. Beim Regionalwettbewerb stellten die jungen Tüftler jetzt ihre Projekte vor.

Schon im vergangenen Jahr nannten sie ihn den Daniel Düsentrieb aus Datteln: Moritz Grimm, heute 14 Jahre alt, gewann mit seinem Aquariencomputer damals den Nachwuchswettbewerb „Jugend forscht“ auf der Regionalebene und zog in den Landeswettbewerb ein, eigentlich in der Juniorsparte „Schüler experimentieren“.

Doch der Überflieger wurde hochgestuft und derart motiviert, dass er weiter an seiner Entwicklung tüftelte. Jetzt hat Grimm sein „Smart Aquarium 2.0“ zur Analyse von Aquarienwasser und zur Steuerung der Aquarientechnik weiterentwickelt und sich wieder beworben: „Ich baue jetzt ein Gerät, das nasschemische Wassertests automatisiert und nicht nur in der Aquaristik, sondern auch in der Wasseranalytik eingesetzt werden kann“, erzählt er am Freitag beim Regionalwettbewerb im Marler Feierabendhaus.

Wettbewerbsleiter ist Norbert Schulz

Noch brütet Grimm, der aus dem Regionalwettbewerb als Gesamtsieger hervorgeht, über den Schaltplänen, schraubt an seinem selbst entwickelten Masterboard herum, wie man auch in seinem Blog verfolgen kann. Aber in ein, zwei Wochen soll der Computer fertig sein und einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Wie so viele andere Projekte beim diesjährigen „Jugend forscht“-Wettbewerb, für den die Vestolit GmbH in Marl die Patenschaft übernommen hat.

Die wachsende Präsenz begeistert dabei vor allem Wettbewerbsleiter Norbert Schulz vom Marler Albert-Schweitzer-/Geschwister-Scholl-Gymnasium: Waren es 2016 nur 95 Teilnehmer, machen in 2019 bereits 111 Schüler, darunter 38 Mädchen, in insgesamt 54 Projekten auf regionaler Ebene mit. Das sei laut Schulz nicht selbstverständlich, denn Schulen zu finden, die sich beteiligen, sei schwierig: „Die müssen das ja alles ehrenamtlich in ihrer Freizeit schultern.“

Der Sieg sei allerdings nur das Beiwerk, so Schulz über den olympischen Gedanken: „Wir wollen keine Sieger, wir suchen Talente“ – aus den verschiedenen MINT-Sparten wie Biologie, Geo- und Raumwissenschaft, Chemie, Mathe, Informatik, Physik, Technik und Arbeitswelt.

Stau-Roboter und Schwarze Löcher

So tüftelte eines der Gewinner-Teams, das Schüler-Duo Denis Drosdzol (16) und Marius Ernst (18), zusammen mit der Feuerwehr an einer Möglichkeit, Elektrogeräte schnell, effizient und umweltverträglich mit Wasser zu löschen. Das Hittorf-Gymnasium in Recklinghausen forscht an Stau-Robotern, die die Autos bei hoher Verkehrsdichte autonom und schadstoffärmer steuern sollen. Am Dorstener Gymnasium Petrinum montiert man Schwimmwesten an Drohnen, um Rettungsschwimmer bei der Wasserrettung zu unterstützen.

Das städtische Gymnasium in Herten steuert gleich drei Projekte zur umweltschonenden Reflexion mit Lumineszenz bei, etwa um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. Vincent Krauss (13), Wolf Erik Schwarz (12) und Florian Weber (12) aus Herten wiederum erforschen Schwarze Löcher im Weltall und die Antimaterie darin. Sie beschäftigen sich mit der Frage, wie man auf der Erde Energie aus Antimaterie wirtschaftlich gewinnen und dauerhaft speichern könnte.

Und auch Selin Cakir (12) und Marisa Lux (12) vom Gymnasium Petrinum in Recklinghausen lässt die Umwelt nicht kalt: Die beiden Mädchen zerlegten Windeln in ihre Einzelteile und forschten nach dem Geheimnis eines trockenen Baby-Popos. Vielleicht entdecken sie später eine Variante, die nicht in der Restmülltonne landet und die Umwelt mehr schont – Daniela Düsentrieb lässt grüßen!

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