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Katharina Feldkamp von der Verbraucherzentrale Marl und Christoph Duschynski (Abteilungsleiter Stadtentwässerung).

Das Nager-Problem

Essensreste locken Ratten an

MARL - Mehrere tausend Euro kostet die Reparatur der stadtischen Abwasserpumpen. Sie zu reparieren ist aufwendig und für die Mitarbeiter des Zentralen Betriebshofs nicht schön. Sie müssen sie von Hand instand setzen. Und was sie manchmal zu greifen bekommen, gefällt ihnen überhaupt nicht.

Oft klingelt das Telefon beim Zentralen Betriebshof (ZBH), weil Marler wieder Ratten entdeckt haben. Christoph Duschynski, Abteilungsleiter für Stadtentwässerung, sagt, dass die Meldungen in den vergangenen Monaten zugenommen haben. Um das Problem einigermaßen in den Griff zu bekommen, legen Mitarbeiter des ZBH Giftköder in der Kanalisation aus. Für eine langfristige Lösung müssen Marler jedoch mitarbeiten. Das Rattenproblem ist oft hausgemacht. „Bewohner nutzen die Toiletten als Abfalleimer“, sagt Christoph Duschynski. Mehrfach berichtete unsere Zeitung über Rattenprobleme im Stadtgebiet.

Jedoch sind Essensreste nicht die einzigen Fundstücke, die durch die Marler Kanalisation schwimmen. Benutzte Windeln für Kinder und Senioren fließen mit Tampons, Unterhosen und Feuchttüchern durch Marls Untergrund. Diese Hinterlassenschaften bereiten der Stadtentwässerung große Probleme. Denn sie setzen die im Stadtgebiet verteilten Abwasserpumpen schachmatt. Sie zu reparieren kostet pro Anlage mehrere tausend Euro, ist aufwendig und für die Mitarbeiter nicht schön. Sie müssen sie von Hand instand setzen. Um zu ermitteln, woher die Windeln in der Kanalisation kommen, hat der ZBH die Seniorenheime angesprochen. „Aber die Verantwortlichen haben abgewiegelt und gesagt, dass sie die Windeln nicht in der Kanalisation entsorgen.“

Gerade Feuchttücher stellen die Pumpen vor Herausforderungen. Duschynski: „Die zersetzen sich nicht und werden zu Klumpen.“ Sind Pumpen defekt, transportieren sie das Wasser aus der Kanalisation nicht weiter zur Kläranlage. Damit Marler das „Abwasser-Problem“ vor Augen haben, hat sich Katharina Feldkamp von der Marler Verbraucherzentrale zur „Europäischen Woche der Abfallvermeidung“ etwas einfallen lassen. Unter anderem vor dem Marler Stern hat sie Kreide-Botschaften vor Gullys aufgesprüht. Zu lesen ist „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Bei gutem Wetter halten die Botschaften bis zu elf Tage, bei Regen sind sie nach rund drei Tagen verschwunden.

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