Narren übernehmen Stadtschlüssel

Karneval in Dortmund in der heißen Phase

Dortmund - Seit Samstag, 12.18 Uhr, haben die Narren offiziell die Macht. Stadtdirektor Jörg Stüdemann ließ sich zwar ein wenig bitten. Letztlich beugte er sich der "närrischen Rebellion" und übergab den Schlüssel.

Zwei Tage vor dem heutigen Höhepunkt, dem Rosenmontagsumzug durch die City (ab 14 Uhr), übernahmen die Jecken Samstagmittag im Rathaus die Regentschaft in Dortmund. Jetzt haben die beiden Prinzenpaare Dirk III. (Hüntemann) und Nadja I. (Lüders) sowie die Nachwuchs-Narren Leon I. (Jeddou) und Dilara I. (Henze) auch offiziell das Sagen.

"Den Kindern würde ich den Schlüssel ja sofort anvertrauen", zierte sich Stadtdirektor Jörg Stüdemann anfangs, um dann doch einzusehen: "Zu groß ist der Wille zur Macht, nun dürft Ihr Euch ´mal im Narrenspiel probieren."

Tänze und Showprogramm der Karnevalsvereine

"Ich kenne mich aus in der Narretei, bin schließlich Mitglied in einer Partei", konterte Nadja I. selbstbewusst wie selbstironisch. Die SPD-Landtagsabgeordnete kündigte an, dass sie als Prinzessin nun "Politiker stutzen" wolle und fügte hinzu: "Also auch mich selbst." Prinz Dirk III. wünschte sich einfach nur: "Auf das von morgen an nur noch Bier aus den Leitungen strömt."

So herrschte unter der kurzweiligen Moderation von Walter Buchholz, Präsident des Festausschusses Dortmunder Karneval, und seiner Vize-Präsidentin Birgit Klimpel über mehrere Stunden buntes, ausgelassenes Treiben. Dazu trug das hochklassige Tanz- und Show-Programm diverser Vereine maßgeblich bei.

Bambini-Garde von "Kiek es drin"

Die Bambini-Garde von "Kiek es drin" machte in ihren schwarz-weißen Uniformen den Anfang. Die Vier- bis Sechsjährigen heizten den vielen Jecken im Foyer, auf den Treppen sowie auf der Empore mit einer tollen Darbietung ein. Dem standen die fünfjährigen "Minis" von Grün-Gold Scharnhorst zur Pippi-Langstrumpf-Musik nicht nach.

Solo-Mariechen Lara Preuten von dem jüngst erst gegründeten Verein "Tanzender Regenbogen" bot eine mit vielen Höchstschwierigkeiten gespickte Vorstellung, die mehrfach mit Zwischenapplaus bedacht wurde. Wie auch die fantasiereichen Showtanz-Einlagen der Gruppen.

Das Quintett der Narrenzunft Blau-Weiß mutierte zu Disney-Melodien zu Prinzessinnen, während die Jugendgarde von "So fast as Düörp´m" bei ihrem "Pom-Pom-Tanz" eine kleine Menschen-Pyramide errichtete.

Klassischer vom Ballett-Outfit her ging es das Showtanz-Trio der Ballettschule Bargelé an. Zu Pop- und Rock-Musik machte da das Publikum kräftig mit.

2000 Euro für junge Narren

Begeistert von diesen Darbietungen der jungen Jecken überreichte Walter Hartmann, 1. Vorsitzender des Närrischen Rates, unter dem großen Jubel der vielen Gäste zur Förderung der Karnevalsjugend einen Scheck über 2000 Euro. "Die Sammlung geht noch weiter", sagte Hartmann mit Blick auf die zahlreichen Prunk- und Galasitzungen am Abend. So wird dann auch die Zukunft gesichert. Helau!

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