Naturfotos

Neue Ausstellung im Naturschutzhaus im Westfalenpark zeigt Detailfotos aus der Natur

Dortmund - Wenn ihre Enkelkinder in einer Höhlenwand Gespenster erkennen, hat Ulla Schönig ihre Kamera zur Hand. Naturfotos sind ihre große Leidenschaft. Ein paar der Bilder gibt es jetzt zu sehen.

Auf den Fotos spiegeln sich bunte Häuser im Wasser, große Regentropfen prasseln auf eine Autofensterscheibe, auf einer Höhlenwand sind Gesichter und Gespenster zu erkennen. Fotografin Ulla Schönig hat besondere Naturmomente mit ihrer Kamera festgehalten und zeigt sie nun in der neuen Ausstellung "Ansichtssachen - Natur ganz nah" im Agard-Naturschutzhaus im Westfalenpark, An der Buschmühle 3.

"Jeder Fleck ist etwas ganz besonderes, es ist überall schön", betont Schönig. Ihre Naturfotos sind aus diesem Grund an ganz verschiedenen Orten entstanden: Unter anderem in Frankreich, Kroatien, den Niederlanden und Nordspanien. Ulla Schönig zeigt auf ein Foto mit einer Felswand mit Wasserpfützen und großen, Moos-übersäten Steinen. "Das ist in Nordspanien entstanden. Es war das letzte Bild, das ich mit der Kamera gemacht habe. Da konnte man nur hin gehen, wenn Ebbe war und dann war es so glitschig, dass ich ausgerutscht und in die Pfütze gefallen bin." Schnell habe sich Schönig wieder aufgerichtet und versucht, ihre beiden Kameras zu retten, doch: "Die Kamera, die um meinen Hals hing, konnte ich schnell hoch ziehen und retten, auch wenn sie etwas getropft hat, die andere war aber leider dahin."

Die Fotos von der Kamera konnte sie glücklicherweise trotzdem retten, sie hängen jetzt mit in der Ausstellung.

Zu jedem Naturfoto eine Geschichte

So kann die Bochumer Fotografin zu jedem ihrer Naturfotos eine Geschichte erzählen. Über die breite Alge in der Bretagne: "Da gibt es richtig große Algen", über das bunte Wasser: "Da musste ich ganz lange warten und ein paar Mal hingehen, bis die Sonne richtig stand und die bunten Häuser sich so im Wasser gespiegelt haben. Die bunten Farben kommen alle von den Häusern" und über den Sumpf: "Da waren so viele Mücken, dass ich für das Foto in Kauf nehmen musste, komplett zerstochen zu werden." Schönig nahm es in Kauf. Immer wieder zeigt sie so vollen Einsatz für ihre Fotos: "Manchmal liegt sie am Strand, um ganz nahe Detailaufnahmen zu machen, und andere Leute denken sich dann: `Was macht die denn da? Da gibt es doch gar nichts zu fotografieren", so ihr Mann Helmuth Schönig und schmunzelt. Doch es kommen jedes Mal interessante Fotos dabei heraus, denn Ulla Schönig hat den Blick fürs Detail. In dem Fall war es ein Baumstamm am Strand mit kleinen Insekten.

Nicht bei allen Fotos erkennt man sofort, was auf ihnen zu sehen ist. Dafür gibt es zu jedem Bild eine extra Beschreibung mit Erklärungen.

Fotografieren ist eine lebenslange Leidenschaft

Das Fotografieren ist Ulla Schönigs große Leidenschaft: "Ich fotografiere eigentlich schon mein Leben lang. Von meiner Schwester habe ich damals meinen ersten analogen Fotoapparat zur Konfirmation bekommen. Es macht mir einfach unglaublich Spaß und gibt mir Ruhe, die Naturfotos zu machen." Und auch Helmuth Schönig weiß mittlerweile: "Wenn die Kamera dabei ist, wird es eher ein Spazierstehen, als ein Spaziergehen."

Man merkt Ulla Schönig ihre große Begeisterung für die Fotografie an. Voller Leidenschaft erzählt sie von ihrer Kamera und stets mit einem Lächeln von jedem einzelnen besonderen Naturmoment. Und Schönig betont: Bis auf wenige Kontrastkorrekturen sind die Fotos so belassen, wie die Bochumerin sie in der Natur aufgenommen hat.

Da Helmuth Schönig als Autor aktiv ist, haben die beiden schon einen gemeinsamen Band rausgebracht: "Moment-Aufnahmen" mit Texten von Helmuth Schönig und Fotos von Ulla Schönig.

In der Ausstellung im Naturschutzhaus sind die Naturfotos noch bis zum 31. August zu sehen.

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