Neue App für mehr Sauberkeit in Dortmund

Mit der "Dreckpetze" gegen Schmuddelecken

Dortmund - Der Name klingt wie ein schmutziges Schimpfwort, aber die App dient einer sauberen Sache: Die "Dreckpetze" soll helfen, Dortmund aufzuräumen. Mit ihr ist der Weg zu mehr Sauberkeit in der Stadt eine Sache von Minuten.

Sauberkeit wird wohl von den meisten geliebt, aber nicht von allen gelebt. Überquellende Straßenabfalleimer, vermüllte Depot-Container-Standorte, wilde Kippen - im Kampf für ein sauberes Dortmund haben die Stadt und ihr heimischer Entsorgungsbetrieb EDG nun ein neues Instrument: die Sauberkeits-App mit dem originellen Namen Dreckpetze.

Die Dreckpetze gehört zur Sauberkeitsoffensive, die die EDG-Spitze am Donnerstag als Teil des Aktionsplans "Saubere Stadt - Stadtbildpflege" vorgestellt hat. Mit der Dreck-weg-App, die Anfang April an den Start geht, können Bürger schnell und einfach wilde Müllablagerungen und Schmuddelecken im gesamten Stadtgebiet melden, damit diese möglichst umgehend beseitigt werden.

App ab Anfang April

Müll gesehen, gemeldet und beseitigt. So ist das Ziel. Der Bürger macht ein Foto, mittels GPS wird der genaue Standort ermittelt und die Meldung per Klick an die EDG geschickt. Die Bearbeitung der Müllmeldungen wird von der EDG als zentralem Ansprechpartner gesteuert.

Das hinter der App liegende Beschwerdemanagementsystem erfasst nach der Freigabe die Meldung und weist diese den zuständigen Stellen bei der EDG dem Tiefbauamt, bei DSW21, Straßen.NRW oder der Deutschen Bahn zur Beseitigung zu. Über den jeweiligen Bearbeitungsstand der Meldung bis hin zur Erledigung erhalten die App-Nutzer eine Rückmeldung. Ist die EDG zuständig, soll die Dreckecke innerhalb von 48 Stunden beseitigt sein. Die Dreckpetze kann man Anfang April für iOS und Android im jeweiligen App-Store kostenlos herunterladen.

Ermittlungsdienst gegen Nacht- und Nebelkipper

Anfangs werde es eine steigende Zahl von Meldungen geben, glaubt EDG-Sprecher Matthias Kienitz und stützt sich dabei auf Erfahrungen anderer Städte, die solch eine Sauberkeits-App bereits haben. "Dort haben sich die Meldungen inzwischen auf ein bestimmtes Niveau eingependelt."

Die Bürgerbeteiligung für mehr Sauberkeit mit dem Smartphone ergänzt die bisherigen Maßnahmen der EDG zur Ermittlung von Umweltsündern. Und die sollen effektiver werden. Die zwei Mülldetektive der EDG werden künftig nicht mehr allein, sondern zusammen mit einem Ermittlungsdienst der Stadt gegen Nacht- und Nebelkipper vorgehen.

Stärkere Abschreckung gegen Müllvergehen

Bisher, so EDG-Chef Klaus Niesmann, hätten den EDG-Mülldetektiven die Befugnisse gefehlt, um weitergehende Ermittlungen anzustellen und zum Beispiel Personalien von Verursachern aufzunehmen oder unmittelbar Bußgelder zu erheben. Mit dem Aufbau eines abfallrechtlichen Ermittlungsdienstes mit städtischen Mitarbeitern, die mit den entsprechenden ordnungsbehördlichen Befugnissen ausgestattet sind, erhoffen sich Stadt und EDG eine stärkere Abschreckung von Müllvergehen.

Ob eine weggeworfene Kippe, ein auf der Straße entsorgter Kaffeebecher oder ein in die Landschaft gekippter Müllsack - alle diese Abfallhinterlassenschaften sind Tatorte. Und die greift die neue EDG-Kampagne "Mehr Sauberkeit. Mehr Sicherheit. Mehr Dortmund." auf.

Kampagne mit Plakaten und Asphaltklebern

Mit Plakatmotiven, die an die Spurensicherung angelehnt sind, und gelbschwarzen Asphaltaufklebern in Sichtweite von Straßenpapierkörben wird den "Tätern" dieser zunehmenden Unsitte mit flotten Sprüchen der Spiegel vorgehalten. Die potenziellen Müllsünder können sich entscheiden, ob sie "Übeltäter oder Umweltchamp", "Täter oder Tonnentreffer" sein wollen. Oder Tatortreiniger.

Als solche sind alle Dortmunder am 9. Juni, dem diesjährigen Sauberkeitstag aufgerufen. Mit Postwurfsendungen an alle Dortmunder Haushalte werben Stadt und EDG für die Teilnahme am stadtweiten Aktionstag "Sauberes Dortmund 2018 - Mach mit!", um ein deutliches Zeichen für mehr Stadtsauberkeit zu setzen.

Mitmachen kann jeder, Gruppen oder Einzelpersonen. Wichtig ist die Anmeldung bis zum 11. Mai unter anderem über ein Anmeldeformular, das hinterlegt ist unter www.edg.de.

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