Neue Show

Mario Barth lässt mit Berliner Schnauze die Westfalenhalle johlen

Dortmund - Nach 32 Jahren im Reporterjob hat unser Autor erstmals eine Show von Mario Barth besucht. Welche Eindrücke brachte er aus der ausverkauften Westfalenhalle mit?

Im Idealfall ist man als Reporter auf seine Termine vorbereitet. Hat sich über Gesprächspartner informiert und ins Thema eingelesen. Am Samstagabend bin ich unvorbereitet. Nach 32 Jahren im Job bin ich zum ersten Mal in einer Show von Mario Barth. Im TV hab' ich ihn noch nie gesehen. Was ich bislang aufgeschnappt habe, klang nicht sehr nett: "Vulgär." "Humor unter der Gürtellinie." "Unterschichtsfernsehen."

7000 Menschen warten um 19 Uhr auf den Auftritt des Berliners, gleich nach dem akademischen Viertelstündchen geht?s los. Barth präsentiert seine neue Show "Männer sind faul, sagen die Frauen". Bis Mai 2020 sind insgesamt 52 Termine angesetzt, nur in den Sommermonaten ist Tourpause.

Mario Barth fühlt sich gleich wie zu Hause in Berlin

Die meisten Gäste in Halle 1 sind zwischen Mitte 20 und Mitte 40. Jungs-Cliquen in T-Shirts und Flanellhemden, Pärchen. Aber auch reifere Semester, die sich schick gemacht haben für den Abend in der ehrwürdigen Halle. Barth legt mit Volldampf los, fühlt sich mit Blick auf Mentalität ("großes Gehupe auf den Straßen") und Baustellendichte "gleich wie zu Hause in Berlin": "Det habt ihr im Griff!"

Mit etwas heiserer Stimme und "Berliner Schnauze" wendet sich Barth schnell seinem Lieblingsthema zu, den doch recht komplexen Beziehungen zwischen Mann und Frau. Fast eine Viertelstunde lang erzählt Barth vom verhängnisvollen Versuch, auf Wunsch seiner Freundin das heimische Bad mit Kronleuchter und Regendusche aufzuhübschen. Eine energieintensive Angelegenheit: "Wenn ich im Bad das Fenster öffne, sind wir der einzige Bezirk ohne Schnee."

Die Absurditäten des Alltags in witzigen Pointen

Ob?s mit dem Kia ("Früher ein Joghurtbecher, heute ein Auto") in die Werkstatt geht oder er der 80 Jahre alten Frau Mama das Smartphone erklären muss: Barth hat es drauf, die Absurditäten des Alltags energiegeladen mit reichlich Situationskomik in witzigen Pointen zu komprimieren. Das Publikum quittiert mal mit Kichern, mal mit Lachen, mal mit Gejohle.

Ich gebe zu: Ich bin überrascht. Barths Wortwahl ist nicht so vulgär, wie ich befürchtet hatte. Und seine Geschlechterbeobachtungen sind auch in Genderhinsicht eher unverdächtig: "Wenn Frauen es nicht gewesen sein wollen, dann waren sie es nicht. Auch wenn es keine andere rationale Erklärung geben kann."

"Es ist halt das reale Leben"

"Man erkennt sich in vielen Geschichten schon als Mutter wieder", sagt Susanna (55) aus Detmold, die mit ihrer Tochter Irina zur Show nach Dortmund gekommen ist. "Als Tochter aber auch", schmunzelt Irina. Beide sehen Barth seit Jahren im Fernsehen, nun zum ersten Mal live. Dass Barths Humor auf den momentanen Knalleffekt zielt, keine subtilere Botschaft hat, stört die beiden nicht. "Es ist halt das reale Leben."

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