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Auch der Blitzerstandort an der Münsterstraße in Waltrop wird 2019 umgerüstet.

Neue Technik für die Blitzer

So sollen die Starenkästen im Kreis Recklinghausen erneuert werden

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Kreis RE - Der Kreis Recklinghausen unterhält 23 Starenkästen. Davon arbeiten drei im 24-Stunden-Dauerbetrieb.

Im Kreis Recklinghausen sind 1991 die ersten stationären Blitzer – im Volksmund „Starenkästen“ genannt – scharfgeschaltet worden. Jede der zehn kreisangehörigen Städte erhielt damals eine Anlage. Heute werden die Autofahrer mit 23 stationären Messstellen konfrontiert. Davon arbeiten drei im 24-Stunden-Dauerbetrieb.

Es handelt sich dabei um die Blitzerstandorte in Waltrop (Münsterstraße), Haltern (B 58, Weseler Straße) und Castrop-Rauxel (B 235, Habinghorster Straße). Für die verbliebenen 20 Anlagen verfügt der Kreis über drei weitere Kameras. Deren Einsatzorte wechseln ständig. Das Risiko, als Autofahrer einem dieser „Starenkästen“ im scharfgeschalteten Zustand in die Quere zu kommen, liegt somit bei 15 Prozent.

Starenkästen sollen auf Lasertechnik umgerüstet werden

Allerdings hat der Kreis in den zurückliegenden Jahren zunehmend Probleme, den Betrieb an allen Messstellen aufrecht zu erhalten. Aktuell sind fünf Blitzer nicht einsatzfähig, im vergangenen Jahr waren es bis zu acht, darunter die beiden 24-Stunden-Blitzer in Waltrop und Haltern.

Der Grund sind in der Regel Arbeiten an den Fahrbahnen, wie Kreissprecher Jochem Manz erläutert. Bis Sanierungs- und Markierungsarbeiten vollendet sowie die Induktionsschleifen wieder geeicht sind, vergehen häufig viele Monate. Der Kreis will sich jedoch unabhängig machen vom Straßenzustand und die „Starenkästen“ in diesem Jahr auf Lasertechnik umrüsten, erläutert Manz. Außerdem soll in der zweiten Jahreshälfte am Autobahnzubringer in Marl-Sinsen die 24. stationäre Blitzer-Anlage installiert werden.

Die größeren Städte im Kreis besitzen ihre eigenen Radarfahrzeuge

40.526 Temposünder wurden 2017 mit den Anlagen des Kreises überführt (die Bilanz für 2018 liegt noch nicht vor). Das ist gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 21,7 Prozent. Allerdings hatte es auch bereits 2016 erhebliche Ausfälle an den Blitzer-Standorten gegeben. Die Einnahmen aus Verkehrsvergehen beliefen sich 2017 auf 1,2 Millionen Euro.

In diese Summe fließen allerdings auch die Ergebnisse der beiden Radarfahrzeuge ein, mit denen sich Kreis-Mitarbeiter in den vier kleineren Städten Datteln, Waltrop, Oer-Erkenschwick und Haltern postieren. Sein erstes Kontrollfahrzeug hatte der Kreis 1996 angeschafft. 2013 folgte ein zweiter Wagen. Die größeren Städte im Kreis besitzen ihre eigenen Radarfahrzeuge.

2017 ereigneten sich auf den Straßen der Kreispolizeibehörde (Kreis RE und Bottrop) 245 Unfälle, die nachweislich auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen waren. Ihr Anteil an der Gesamtzahl aller Unfälle erscheint mit 1,1 Prozent unspektakulär. -Es sind jedoch die schlimmen Folgen, die aus der Sicht der Polizei zum Handeln zwingen. Bei hoher Geschwindigkeit steige die Gefahr, tödlich oder schwer verletzt zu werden, deutlich an. -Tatsächlich kann schon ein geringer Tempoverstoß den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen: Wer mit 50 km/h vor einem Hindernis noch zum Stehen käme, würde trotz Vollbremsung mit einer Wucht von 40 km/h auf dieses aufprallen, wenn er nur 10 km/h schneller unterwegs wäre. Ist dieses Hindernis ein Mensch, hat dieser kaum eine Chance. -Welche Kräfte bei einem Unfall wirken, zeigt ein anderes Beispiel: Beim Zusammenstoß mit 50 km/h wird ein Mensch mit der Wucht nach vorne katapultiert, die dem 25-fachen seines Körpergewichts entspricht. Das ist vergleichbar mit dem Sturz aus dem vierten Stock.

Über die Standorte der „Starenkästen“ entscheidet nicht der Kreis alleine, sondern eine Unfallkommission, erläutert Behördensprecher Jochem Manz. In ihr arbeiten die Städte, der Kreis und die Polizei gemeinsam am Thema Verkehrssicherheit.

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