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05.03.2019, Nordrhein-Westfalen, Gelsenkirchen: Fußball: Bundesliga, der neue Sportvorstand Jochen Schneider von dem FC Schalke 04 steht nach seiner Vorstellung bei einer Pressekonferenz im Spielertunnel. Foto: Ina Fassbender/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Neuer Sportvorstand

Schneider macht auf Schalke gleich klare Ansagen

GELSENKIRCHEN - Am Dienstag wurde Jochen Schneider als neuer Sportvorstand auf Schalke vorgestellt. Auf der Pressekonferenz sagte der neue Manager gleich, wie er die Trendwende beim S04 einleiten möchte.

Ein Scherz kam ihm nur einmal über die Lippen. „Schwaben sind wortkarg. Deshalb übernimmt Alexander Jobst das Ressort Kommunikation“, sagte Schalkes neuer Sportvorstand Jochen Schneider, begleitet von Clemens Tönnies, bei seiner Präsentation im gut gefüllten Medienraum der Veltins-Arena.

Ansonsten war dem Nachfolger von Christian Heidel nicht zum Lachen zumute. „Wir müssen nicht um den heißen Brei herumreden. Wir sind im Kampf um den Klassenerhalt“, betonte der 48-Jährige. Ob er bewusst ein schwarzes Sakko für seinen ersten öffentlichen Auftritt auf Schalke gewählt hatte, bleibt Spekulation, aber es passte zur Lage bei den Königsblauen.

Der ist sich auch Schalke-Boss Tönnies bewusst. „Wer jetzt nicht von Krise redet, der verkennt die Lage,“ sagte der 62-Jährige, der fest davon überzeugt ist, mit Jochen Schneider eine gute Wahl getroffen zu haben. Dabei spielte auch Schalkes-Jahrhunderttrainer Huub Stevens eine wichtige Rolle. „Huub hat in seiner unnachahmlichen Art gesagt: ‚Das ist ein Guter. Wenn wir den kriegen können...‘“, verriet Tönnies. Schneider und Stevens arbeiteten beim VfB Stuttgart zweimal zusammen.

Tedesco genießt Vertrauen - vorerst

Der neue Sportvorstand hält noch an Trainer Domenico Tedesco fest. Aber er ließ auch durchblicken, dass Schalke so schnell wie möglich bessere Ergebnisse erzielen muss. „Es ist nicht die Zeit für Lippenbekenntnisse. Ich bin ein Freund von Kontinuität, aber Kontinuität darf nicht die sportlichen Ziele beeinträchtigen. Wir müssen jetzt die Trendwende schaffen,“ stellte das neue Schalker Vorstandsmitglied klar. Aber wie soll das gehen mit einer Mannschaft, die zuletzt unterirdischen Fußball spielte? Schneider hat Schalkes Team „den Umständen entsprechend positiv wahrgenommen. Es herrscht ein gutes Miteinander, es sind gute Jungs, die allerdings verunsichert sind. Wir müssen sie unterstützen, um diese Verunsicherung zu lösen. Die Spieler haben den Ernst der Situation erkannt,“ glaubt der 48-Jährige.

Wie seine Zukunftspläne aussehen, Schalke wieder auf Erfolgskurs zu bringen, skizzierte Schneider nur kurz. Ein Sportdirektor und ein technischer Direktor sollen noch verpflichtet werden, um die sportliche Führungsebene aufgrund der zahlreichen Aufgaben zu verbreitern. „Sportdirektor und Technischer Direktor brauchen Qualität und eine menschliche Komponente. Wenn er dann noch eine Schalke-Vergangenheit hat, umso besser. Aber Stallgeruch ist kein Muss,“ sagte der Sportvorstand, der im Gegensatz zu seinem Vorgänger Christian Heidel die Spiele von der Tribüne verfolgen wird.

Knappenschmiede bleibt Aushängeschild

Die Nachwuchsförderung soll bei Schalke weiterhin eine große Rolle spielen. Schneider: „Die Knappenschmiede ist ein Aushängeschild von Schalke 04. Wir wären ja doof, wenn wir die Qualität an guten Leuten nicht nutzen würden. Ich unterstütze nach Kräften den Fokus der Jugendabteilung, um Talente in die Lizenzspielerabteilung zu überführen.“

Aber zunächst geht es darum, die Abstiegsregion zu verlassen. Noch so ein Auftritt wie gegen Düsseldorf kann sich Schalke nicht leisten, sonst würde der Trainerstuhl von Tedesco wieder bedenklich wackeln. Für den Frust der Fans und die Geschehnisse um die Kapitänsbinde zeigte Schneider Verständnis. „Das Abnehmen der Binde war für die Spieler sicherlich keine erfreuliche Situation. Aber man muss die Fans, die so viel Zeit und Geld investieren, auch verstehen. Und als Profis müssen wir so was dann auch abkönnen.“ Am Freitag steht Schalkes Mannschaft in der Bringschuld, und Schneider wird ganz genau hinschauen. Gelingt in Bremen die Trendwende, ist er vielleicht auch wieder öfter zum Scherzen aufgelegt.

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