Neues Büro gegründet

Internationale Stadt: Warum die Welt in Dortmund anklopft

Die Stadt Dortmund will ihre internationale Zusammenarbeit besser koordinieren und gründet dafür ein neues Büro. Längst klopft die Welt in Dortmund an. Das hat mit dem Ruf der Stadt zu tun.

Die Stadt Dortmund erhält ein kleines Außenministerium: Das "Büro für internationale Beziehungen und nachhaltige Entwicklung" soll die Bereiche "Europa" und "Internationales" verbinden und dabei die Ressourcen bündeln. Die Europäische Union fördert eine zusätzliche Stelle. Ein Schwerpunkt ist die auf Europa und "gerechte Politik" ausgerichtete Bildungsarbeit.

Mehrfach ist Dortmund als "nachhaltig" arbeitende Stadt und "europaaktive Kommune" ausgezeichnet worden. Das neue, von Oberbürgermeister Ullrich Sierau vorgestellte Büro will keine neuen Städtepartnerschaften gründen, aber Projektpartnerschaften eingehen. Anfragen dafür kommen aus Südamerika, Afrika und Asien.

"Schon im Mittelalter international"

Das habe Tradition, betonte Ullrich Sierau, denn Dortmund sei schon im Mittelalter von Kaufleuten und Handwerkern zu einer bedeutenden Hansestadt aufgebaut worden. Viel fremdes Kapital strömte über die Jahrhunderte in die Stadt. Mit der Industrialisierung und nach dem Zweiten Weltkrieg sorgten Zuwanderer für Fortschritt und Aufschwung. Ein Trend, der in der Stadt mit ihren sieben Hochschul-Standorten und 50.000 Studierenden anhalte.

Global gesehen bewertet der Oberbürgermeister das als Erfolg vor allem der Europäischen Union. Sie dürfe "nicht nationalstaatlichen Sonderinteressen untergeordnet werden." Das neue Büro steigt deshalb schon früh in die Europawahlen 2019 ein. Vor allem, um junge Wähler von der Idee Europas zu überzeugen.

Müllwagen fährt jetzt in Palästina

International agierende Unternehmen wie Wilo und Wissenschaftler der Technischen Universität oder der Fachhochschule hätten Dortmund in den vergangenen Jahrzehnten weltweit gut platziert. So seien Netzwerke entstanden, die das Büro jetzt intensiv nutzen soll, wenn Städte aus Europa oder von anderen Kontinenten um Hilfe bitten.

Anfragen kämen aus Rumänien, Ghana, Vietnam, Palästina und Kolumbien, um nur einige zu nennen. In Vietnam geht es um Wasserver- und Entsorgung. Nach Palästina wurde ein Müllwagen der EDG geliefert - beladen mit Wissen aus der westlichen Entsorgungswirtschaft. Es sind vor allem Verwaltungen, die in Dortmund vorsprechen. Dortmunds Name werde weltweit über "stille Post" übermittelt, sagte Sierau.

Ehrenamtlicher Berater des Büros für internationale Beziehungen und nachhaltige Entwicklung ist der frühere Europaabgeordnete Bernhard Rapkay (SPD). Er will "Hinweise geben und auch mal kritisch sein". Das Büro soll von seinem Europa-Wissen und Kontakten profitieren.

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